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  • Liebe Bienenkistler,

    ich habe Ergebnisse über gesundes Bienenfutter zum Auffüttern, nach dem Einlogieren und (bei Bedarf) vor dem Winter zusammengetragen.

    Ich finde die Ernährung für Bienen genauso wichtig wie für uns Menschen, zumal die Bienen eh schon genug Probleme haben, möchte ich hier wie mit der Haltungsform selbst, achtsam mit ihnen umgehen.
    Vielleicht kann ich auch einige von Euch motivieren, das eine oder andere auszuprobieren.

    1. ) Georg Peukert erklärt uns hier http://www.diebiene.de/zuckerfuetterung-peukert , dass reiner Zucker schädlich ist, und wir als Futter eine Mischung aus verschiedenen Tees, Honig, Wasser und Zucker machen sollen, um den Zucker aufzuwerten.
    Das Rezept: http://media.repro-mayr.de/31/614931.pdf
    (Merkblatt zur Fütterung der Bienen im Herbst)

    2.) Andreas Schulz erklärt uns, wie man Zucker zusammen mit Honig, Tees durch einen Prozess in ein nektarähnliches Getränk verwandelt:
    http://forum.bienenkiste.de/assets/components/discuss/attachments/2/4193/milchsauresfutter.jpg
    Hier die Zutatenliste: http://forum.bienenkiste.de/assets/components/discuss/attachments/2/4193/milchsauresfutter2.jpg
    Und Digne erklärt uns, wie sie es gemacht hat: http://forum.bienenkiste.de/forums/thread/?thread=848&page=1

    3.) Sabi(e)ne sagt:
    "Selbstangerührter Zucker hat den falschen pH-Wert (6,0) - bienengerecht wäre ein saures Futter um 3,0-4,5.
    Wer googelt, wo der Zusammenhang zwischen pH-Wert des Futters und der EFB, der AFB, und der Nosematose liegt, wird ne Menge finden.
    Mein Rezept:
    Pro Kilo Zucker und 1 Liter Wasser (1:1 Fütterung) mit einem gestrichenen Meßlöffel (5ml) ´Zitronensäure für Lebensmittelzwecke´ ansetzen und so lange rühren, bis alles klar ist - Küchenmaschine hilft da sehr.
    Dann die entsprechende Menge Invertin abmessen (ich mach das mit einer 1ml Spritze), hinzugeben und ordentlich durchrühren."
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=35677
    Angeblich bereits in Gerstung: "Der Bien und seine Zucht (1905)" beschrieben und bis in die 70er Jahre in der Imkerei nicht unüblich gewesen.

    Hier geht es um eine Art "Vorverdauung" von Kristallzucker in Invertzucker, das heißt Glukose und Fruktose (das cremige Zeug in Süßwaren). Kritiker meinen, dass man den Bienen kein "vorgekautes Futter" geben soll, denn die Verdauungsarbeit wäre wichtig und gesund.
    Andererseits wäre Invertzucker honigähnlicher als Kristallzucker, und wenn man schon den Honig klaut...
    Ein niedriger Säuregehalt würde auch der Nosema vorbeugen.

    4.) Außerdem machen manche anscheinend einfach etwas Zitrone ins Zuckerwasser, was ebenfalls gut sein soll.

    5.) Mit lauwarmem Tee statt Wasser zu invertieren wäre auch eine Idee.


    Soweit meine Ergebnisse, puh... lange gegoogelt!

    Gespannt und neugierig auf Eure Reaktion,
    Eva

    [Hinweis: EvaA hat den Beitrag zuletzt am vor 4 Jahren, 11 Monaten geändert.]
    • Eigentlich überwintern wesensgemäß gehaltene Bienen doch auf ihrem eigenen Honig?! Die "gesunden" Ersatzfutter sind m.E. nur Klimmzüge der konventionellen Bienenhaltung, um den Bienen ihr natürliches Winterfutter wegnehmen und sich trotzdem "bienenfreundlich" fühlen zu können.

      Wenn ich ausnahmsweise zufüttern muss, gebe ich eigenen Honig zum Zuckerwasser, das ist sicher auch besser und natürlicher, als Tee & Co.

      In unserem Imkerverein wird der Zusatz von Teebaumöl zum Winterfutter propagiert, das soll den Varroabefall vermindern. Ich habe das probiert, ebenso den Zusatz von Kamillentee. Beide Male haben die Bienen das Futter stehen lassen...
        Bienen machen glücklich!
      • Hallo Jutta,

        danke für die Rückmeldung, ich werde meinen Beitrag etwas anpassen müssen.
        Ich meinte tatsächlich das Auffüttern eines frisch einlogierten Schwarms und die Winterauffütterung falls notwendig, ansonsten haben sie natürlich ihren eigenen Honig.

        Dass Bienen kein Zuckerwasser mit Teebaumöl nehmen wundert mich nicht, das Zeug schmeckt ja auch grausam, lach. Aber dass sie auch Kamillentee verweigern... schon sehr eigen die Kleinen...

        LG Eva
        • Hallo Eva,

          ab dem 2. Jahr hat man ja eigenen Honig und kann davon entsprechend dem Rezept von emk dem Zufutter beigeben. Im ersten Jahr bei der Schwarmauffütterung würde ich diese Klimmzüge mit der Futterzubereitung gar nicht machen. Sie ernähren sich ja parallel schon selbst mit Pollen und selbst eingetragenem Honig, deren Ernährungswert ja kein wie auch immer zubereitetes künstliches Futter je erreichen kann.

          Ich hatte einen ziemlich kleinen Nachschwarm als Grundlage, der - mit ganz simplem Haushaltszucker gefüttert - innerhalb weniger Wochen die Kiste komplett ausgebaut, bevölkert und den Winter problemlos überlebt hat. Im 2. Jahr platzte das Volk aus allen Nähten (ohne jedoch zu schwärmen) und hatte 23 kg Honig im Honigraum! Auch diesen Winter haben sie (in einer riesigen Wintertraube) überlebt und brüten schon wieder kräftig. Mehr kann man doch nicht wollen, oder? smiley
            Bienen machen glücklich!
          • Liebe Jutta,

            Danke, ich mach mir halt Gedanken, dass es ihnen gut gehen soll.

            Ich les immer mal Deine Berichte.
            Du hast echt ein Händchen... Glückwunsch!

            LG Eva
            • Och, ich denke eher, emk´s Anleitungen und die Hilfe hier im Forum sind das A und O für gesunde Bienen und Erfolg mit der Bienenkiste - der Rest ist schieres Glück. Aber danke für die Glückwünsche! laugh

              Ich sehe nur, dass es unseren (auch anderen Bienenkistlern) Bienen ganz offensichtlich gut geht, während ringsum bei den Magazinimkern Totalverluste keine Seltenheit sind dieses Jahr. Deshalb sind wesensgemäß gehaltene Bienen wohl tatsächlich gesünder als die in konventioneller Haltung. Wenn du ihnen zusätzlich noch mit alternativen Futterzubereitungen helfen willst, wird ihnen das vermutlich auch nicht schaden wink

              LG,
              Jutta
                Bienen machen glücklich!
              • Ich sehe nur, dass es unseren (auch anderen Bienenkistlern) Bienen ganz offensichtlich gut geht, während ringsum bei den Magazinimkern Totalverluste keine Seltenheit sind dieses Jahr.

                Liebe Jutta, was Du schhreibst ist unrichtig und schafft Unfrieden. Bienenkistler sind nicht durch eine Kiste oder Grundhaltung die besseren Imker. Es gibt ausreichend viele tote Völker in Bienenkisten.

                Imker, die zur richtigen Zeit das richtige machen gibt es überall und auch welche, die das nicht tun.

                Aussagen wie oben finde ich kontraproduktiv. Das sich Imkern von Bienenkistlern diffamiert fühlen, habe ich häufig gehört. Dein Satz kann leicht so aufgefasst werden.

                Gruß, Gunnar



                • Hallo Gunnar,

                  ich habe mich bei der Aussage auf konkrete Erfahrungen bezogen: während in meinem Imkerverein jeder Verluste hatte, und es mehrfach Totalverluste gab, hatte bei unserem Bienenkisten-Stammtisch niemand einen Verlust zu beklagen.

                  Ich behaupte auch nicht, dass die Bienenkistenleute die besseren Imker seien, ich sehe nur meine Annahme bestätigt, dass die wesensgemäße Bienenhaltung besser für die Bienen zu sein scheint, als die konventionelle Betriebsweise - weswegen wir uns ja schließlich auch für die wesensgemäße Bienenhaltung entschieden haben.

                  Wenn das in einem Bienenkistenforum Unfrieden auslöst, tut mir das leid, ich kann es aber nicht nachvollziehen.

                  Beste Grüße,
                  Jutta [Hinweis: Jutta50 hat den Beitrag zuletzt am vor 4 Jahren, 11 Monaten geändert.]
                    Bienen machen glücklich!
                  • Dein Harmoniebedürfniss in Ehren Gunnar. Du hast ein bißchen Recht. Amen!

                    Aber ganz ehrlich, wer diffamiert sind vorrangig die Magaziner.
                    Und ausgrechnet die sind dann empfindlich, bzw fordern Rücksicht, wenn man ihnen die eigenen lebenden Völker unter die Nase reibt?
                    Naja...

                    Prima Zusammenfassung! [Hinweis: Theophanu hat den Beitrag zuletzt am vor 4 Jahren, 9 Monaten geändert.]
                      Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                      -Stefan Brotbeck
                    • Guten Morgen, wer kann helfen!
                      habe mein Bienenfutter nach dem Rezept von Andreas Schulz am 27.6.18 angesetzt, leider hört die Gas- / Schaumbildung nicht auf.
                      Nach der Zugabe der ätherischen öle und des Salzes (ca.1 Handvoll Salz auf 100 L)vor 14 Tagen auch nicht.
                      Kann ich die Lösung so verfüttern oder was muss ich tun?
                      Beste Grüße Micki
                      • Hallo Micki,
                        Vorschlag von mir: Setze Dich bitte mit Melifera in Verbindung und frage dort nach.

                        Anleitung: Eigene Herstellung von haltbarem Bio-Bienenfutter

                        Vorneweg: Das Grundrezept ist von Andreas Schulz und wurde nach Versuchen von Melifera und anderen Instituten noch abgewandelt und verbessert. Es wird aktuell von Demeter Bio Imkern verwendet.

                        Zutaten für ca. 250 Liter (3:2):
                        200 Kg Bio-Zucker weis
                        120 Liter Wasser
                        3 Kg eigener Honig
                        3 Liter Molke (nicht erhitzte, durch ein sauberes Tuch geseihte, stark saure Quarkmolke ohne jeglichen Labzusatz) oder 2 Flaschen Brottrunk

                        Kräuter:
                        Thymian, Lavendel, Rosmarin, Löwenzahn, Ackerschachtelhalm
                        je 70 g und Kamille 40 g

                        Für später noch:
                        Brise Salz, Thymianöl, Lavendelöl, Rosmarinöl je 4-5 ml

                        Kritik meinerseits: Jod/Jodierung hat im Honig nichts zu suchen!!!!
                        Darüber hinaus wäre mir dieser Aufwand der Futterherstellung viel zu aufwendig und zu kompliziert.
                        Bienen begnügen sich auch mit WENIGER und bleiben genau so gesund.

                        Gruß bf
                          Abyssus abyssum invocat
                        • Ich möchte kurz meine Kritik erweitern:

                          Demeterrichtlinien verbieten das Einbringen gewisser Zusatzstoffe in Produkte.
                          Wie kann es sein, dass Demeter-Imker und insbesondere auch Melifera Jod in ihre
                          Völker und damit in den Honig einbringen.
                          Ich habe kürzlich erst an anderer Stelle eine Warnung über Jod im Honig gelesen und konnte mir nicht erklären, wie dies zustande kommt.
                          Im o. g. Fall kommt es durch die Verwendung der Molke zu einer Jodierung des Honigs.

                          Dies ist nicht zulässig und von einer Imkerei, die solches Futter einsetzt,
                          würde ich keinen Honig mehr kaufen. Mit Demeterqualität hat dies nichts mehr
                          gemein. Auf schleichendem Wege passiert hier heimlich genau das gleiche wie mit
                          sonstigen konventionellen industriell verarbeiteten Produkten.

                          Lieber Micki,
                          Kühe werden heute leider flächendeckend (auch im Biobereich) mit jodiertem Futter gefüttert. Die Jodwerte in der Milch und Milchprodukten /auch in Molke sind enorm
                          und liegen pro Liter teilweise über der empfohlenen Tagesmenge eines erwachsenen Menschen.
                          Gesundes Futter - gesunde Bienen , dieser Leitspruch passt daher nicht auf
                          diese Futtermischung.

                          gruß bf
                          [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 1 Jahr, 5 Monaten geändert.]
                            Abyssus abyssum invocat
                          • Hallo Bienenflug, erst einmal vielen Dank für die Informationen. Leider habe ich von Melifera noch keine Antwort auf mein Problem erhalten. Das Futter habe ich mit Brottrunk angesetzt und hoffe das da kein Jod drin ist. Leider ist die Gärung noch immer nicht beendet, die Lösung schmeckt gut aber ich weiß nicht ob ich die so verfüttert kann (habe deshalb begonnen mit anderem Futter einzufüttern.
                            Ich suche ein Bienenfutter das ich selbst mischen kann und das gut verträglich und haltbar ist. Wer kann weiterhelfen???
                            Beste Grüße Micki
                            • micki schrieb am 15.09.2018, 08:49
                              Ich suche ein Bienenfutter das ich selbst mischen kann und das gut verträglich und haltbar ist. Wer kann weiterhelfen???

                              Solange trocken hält es ewig. Mischt Du dann selbst mit Wasser zusammen und fertig:

                                Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte