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  • Hallo Wolfram,
    ich bin ganz und gar bei Dir, aber man kann /sollte nicht das eine tu'n und das andere "vergessen". Für mich gehört alles zusammen....und wenn ich z.B. durch Einbringen von Totholz in meine Bienenkiste das Klima dort verbessern kann, damit die Mädels ein ganz klein wenig weniger Probleme haben, warum soll ich´s nicht machen?! Ich denke alles was den Bienen in irgendeiner Form hilft ist nicht falsch. Warum also nicht so etwas ausprobieren?! Und dass Feuchtigkeit und damit möglicherweise Schimmel ein Problem sein kann, belegen sehr viele Berichte.
    Natürlich "besiege" ich mit "meinem" Totholz nicht die Varroa, natürlich gibt es immer weiter Umweltgifte, natürlich wird unsere Landschaft immer öder und eintöniger und damit nicht nur für unsere Bienen immer mehr zur Wüste usw. usw. .....und natürlich ist die Einstellung, die Verbindung des Imkers zu seinen Bienen absolut wichtig (!!!); wie übrigens auch zu jedem anderen Lebewesen !!!

    Ich denke, man kann nur, da, wo man (im weitesten Sinne) Misstände sieht, versuchen diese ab zu stellen und Andere vielleicht noch darauf hin weisen und dafür sensibilisieren......und das kann schon eine ganze Menge sein, was ich als Einzelner damit bewirke. Überhaupt nichts bewirke ch aber, wenn ich nichts tue.

    Ob sich nun die Bienen in der Biki, in einer Trogbeute oder in einer Bienenkugel wohl fühlen, das müssen wir schon den Mädels selbst überlassen.....wir sehen´s dann z.B. an der Entwicklung der Völker über viele Jahre. Aber "helfend eingreifen" können, dürfen und müssen wir immer wieder, wenn´s denn hilft. Das ist meine Überzeugung und das nicht nur im Bezug auf "unsere" Bienen.

    So ein "Eingriff" kann z.B. bei mir im Garten schon sein, wenn ich den Vögeln in dieser extrem trockenen Zeit Wasserstellen zur Verfügung stelle, oder wenn ich ihnen helfe durch den Winter zu kommen etc. Klar könnte man sagen, dass ich damit die sogenannte "natürliche" Auslese beeinflusse, aber was haben wir Menschen zuvor schon alles "beeinflusst", indem wir die Umwelt aus reiner Dummheit und Profitgier verändert haben (und das weiter tu´n).

    Genau so ist´s für mich bei den Bienen: die können (LEIDER !!!) nicht mehr ohne uns.....das haben wir Menschen "geschafft". Für mich bedeutet das, jetzt den Bienen zu helfen, damit sie langfristig überleben und da ist jeder Weg, jede Hilfe (vielleicht auch Totholz wink ) gefragt, egal, ob das nun ein Prof. Tautz, ein Andreas Heidinger oder ein Biki-Imker ist.

    Sonnige Grüße aus Kirchheim

    Frank

    • Gibt es nach mittlerweile 3 Jahren Erfahrungen mit der Bienenkugel?
      • Hallo Beno,
        die Bienenkugel ist sicher nicht die Beute für den klassischen Imker,, der seine Völker voll und ganz unter Kontrolle haben möchte, sprich alle 2 Wochen sämtliche Rähmchen zieht, Varroakontrolle über die Bodenwindel praktiziert und so weiter. So habe ich meine Kugeln (2) nach einer Kontrolle ( mit Rähmchen ziehen) im späten März erst wieder zur Varroabehandlung im Juli geöffnet. Natürlich haben die Mädels bis dahin die Rähmchen ziemlich verbaut und auch mit dem Öffnen der Kugel muss man vorsichtig umgehen, denn natürlich sind die Röhmchen auch an der Oberhölfte angebaut. Aber meine Einstellung ist au h die, dass ich keinen Sinn darin sehe, die Völker stäbdig zu öffnen, solange alles ok ist, sprich guter Flugverkehr herrscht, ordentlich Pollen eingetragen wird und keine verkrüppelten Bienen am Flugloch zu sehen sind etc.
        Ich habe jetzt nach der Varroabehandlung ( nach wie vor mit BW, weswegen ich auch im Juli behandeln konnte ) die Futtersituation kontrolliert und musste lediglich 6 Liter ( Apiinvert + Eigener Honig im Verhältnis 60/40 ) nachfüttern. Die kommen ja in der BiKu locker mit 12 Kg über den Winter. IEnde Januar lege ich ( in einer Warree- Leerzarge ) sicherheitshalber grundsätzlich einen 2,5-Kilo-Pack Apifonda auf die Öffnung in der Oberhälfte. Die Stockfeuxhte reicht, damit die Bienen den Teig verarbeiten können und ich bin sicher, dass sie versorgt sind, ohne, dass ich inˋs Volk schauen, sorich öffnen muss. Das einzige „Risiko“ besteht darin, dass ich einen Teil Futterteig verschwende, da sue ja nur dann an den Teig gehen, wenn wirklich im Brutraum kein Futter mehr ist. Im letzten Frühjahr hatten sie bis Ende März nur ca. 600g abgenommen.
        Als Honigraum kann man jede beliebige Zarge mit Mittelwand-Rähmchen aufsetzen. Und auch ein Absperrgitterchen lässt sich auf der Öffnung im Oberteil anbringen (wenn gewollt).
        Im Bidenschub hatte ich die ersten beiden Jahre Totholz, dass ja die Eigenschaft hat, viel Feuchte aus der Luft zu binden. Nach einem Tipp von Andreas Heidinger (dem „Vater“ der Bienenkugel) habe ich die Befüllubg auf Kiefernkernholz-Späne umgestellt. Zum einen haben die äth. Öle im den Spänen eine antibakterielle und antiseptische Wirkung. Ausserdem kann Kiefernkernholz bis zu 400% Feuchte aufnehmen, wirkt sich also positiv auf die Stockfeuchte aus, was wiederum Schimmelbildung hemmt. Mal sehen, wie sich das über die Jahre bewährt.
        Ich habe eine Kugel der ersten Generation, die noch drei kleine Fluglöcher nebeneinander hat und eine mit einem grösseren Anflugloch, beide Versionen kommen flächenmässig auf die von Seeley herausgefundene optimale Fluglochgrösse. Hierdurch können sich die Völker locker gegen Wespen etc. und Räuber(ei) verteidigen.......besonders in diesem Sommer war das ja ein Problem. Allerdings sind die beiden Kugelvölker so stark, dass sie nie ernstlich Probleme hatten.
        Beide Völker sind vor allem total friedlich ( mir gegenüber......bei Wespen sieht das anders aus). Wo ich bei dem für die Mädels oft stressigen Hitzesommer bei den anderen Völkern nicht ohne Stichschutz ran konnte ( die waren oft ziemlich stinkig) war das bei den BiKus nie ein Problem: ein kurzen aufsummen beim Öffnen und dann war Ruhe.

        Ich habe das Gefühl, dass sich die Kugel als Form mit ihrem relativ geringen Volumen und dicken Wandungen sehr positiv auf die Völker auswirkt: im Winter ist weniger Raum zu heizen=weniger Energieverbrauch und durch die dicken Wände wirken sich Temperaturunterschiede (vor allem Tag/Nacht aber auch jetzt bei der vergangenen extremen Hitze) wesentlich weniger aus......daher ist der Stress für das Volk auch geringer und das Volk ist damit viel ausgeglichener!!!
        Die Situation ist der in einer Baumhöhle von daher als ähnlich zu bezeichnen....auch, was die Grösse des Flugloches angeht.

        Einen Nachteil der Kugel sehe ich allerdings: sie ist nicht so gut für den ungeschützten Freilandeinsatz geeignet. Meine erste Kugel habe ich, wie von A. Heidinger empfohlen, in einem Minibienenhaus stehen, so wie ich sie bekommen habe, also ohne z.Bsp. Anstrich. Das passt sehr gut. Die zweite Kugel habe ich (mit Firnis gestrichen) nur unter einem Dach stehen. Hier habe ich festgestellt, dass der Bodeneinschub sich verzogen hat und auch Feuchte zieht (etwas schwarz geworden) Ich werde den Schub jetzt mit flüssigem Wachs streichen. Das sollte helfen. Mal sehen, wenn ich Zeit habe, werde ich die Kugel vor dem Winter noch kompkett einhausen....

        So, das sollte es gewesen sein. Ich hoffe, ich habe nichts wesentliches vergessen. Wenn noch Fragen sind, bitte einfach melden.

        Frank
        • Hallo Frank,
          vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.
          Die Bienenkugel scheint sich ja gut auf die Bienenfreundlichkeit auszuwirken. Wobei ich sagen muss, dass meine Völker (in Bienenkisten) diesjahr sehr friedlich sind und viel gechillt haben.

          Gruß
          Bernhard