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  • Hallo zusammen,

    mich würde interessieren, wieso man den Krainer Bauernstock nicht 1:1 übernommen hat und die BK vergrößert wurde? Was sind die Kritikpunkte am Krainer Bauernstock als Beute? Mir ist das mit dem Honigraum schon klar, nur wie haben die Kärntner und Slowenen denn damals den Honig geerntet ohne den Bien im Winter zu gefährden?

    Mir erscheint der Krainer Bauernstock als deutlich handlicher von der Dimensionierung (70x30x15) und mir gefällt die Möglichkeit die originalen Bauernstöcke übereinander stapeln zu können. Ich schätze das Gewicht dürfte bei einem Volumen was etwa nur 1/3 der BK entspricht deutlich handlicher gewesen sein.

    Wurde für die "Ernte" der Bien in einen anderen Stock getrommelt? Wie stellten die Krainer sicher, dass die Völker über den Winter kamen?

    Imkert hier jemand mit dem Original-Bauernstock Format? Was sind die wesentlichen Unterschiede?

    Oder hat das norddeutsche Klima bei der Planung der BK eine Rolle gespielt? (längere Kälteperioden als in Kärnten oder Slowenien)

    Würde mich über eine Antwort freuen.

    Grüße aus Landshut,
    garbeam
    [Hinweis: garbeam hat den Beitrag zuletzt am vor 4 Jahren, 1 Monat geändert.]
    • Hallo Garbeam

      Was sind die Kritikpunkte am Krainer Bauernstock als Beute? Mir ist das mit dem Honigraum schon klar, nur wie haben die Kärntner und Slowenen denn damals den Honig geerntet ohne den Bien im Winter zu gefährden?

      Was bitte ist dir "mit dem Honigraum schon klar", was genau meinst du damit?

      Und wie wurde denn Deiner Meinung nach der Honig geerntet, hast du dazu einen
      Bericht?

      gruss bf
        Abyssus abyssum invocat
      • bienenflug schrieb am 09.05.2016, 20:22
        Hallo Garbeam

        Was sind die Kritikpunkte am Krainer Bauernstock als Beute? Mir ist das mit dem Honigraum schon klar, nur wie haben die Kärntner und Slowenen denn damals den Honig geerntet ohne den Bien im Winter zu gefährden?

        Was bitte ist dir "mit dem Honigraum schon klar", was genau meinst du damit?

        Ich meine damit die Ausführungen unter http://www.bienenkiste.de/projekt/intro/intro.5/index.html. Der Honigraum dämpft den Schwarmtrieb in dem die Bienen mehr Honig sammeln als sie selbst brauchen.


        Und wie wurde denn Deiner Meinung nach der Honig geerntet, hast du dazu einen
        Bericht?

        Das ist ja die Frage, die ich mir stelle. Ich kann nur mutmaßen, da es beim Krainer Bauernstock keinen zusätzlichen Honigraum gab und zudem die Beute-Dimensionierung kleiner ist, dass im Sommer Waben bis "zu einem gewissen Grad" geerntet wurden und von den Bienen immer wieder aufgebaut wurden und Honig entsprechend dann für den Winter gesammelt wurde.

        Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Dimensionierung des originalen Bauernstocks zumindest in den Gefilden der Südalpen nicht über den Winter gereicht hätte, da man früher sicherlich kein Heckmeck wie die Winterfütterung in der heute konventionellen Imkerei vorgenommen hat.

        Zudem gilt die Apis Mellifera Carnica, die ja im Krainer Bauernstock maßgeblich eingesetzt wurde, als eher gering Schwarmtriebig, weshalb die kleinere Dimensionierung hier evtl. positiv auf den Schwarmtrieb gewirkt hat.

        Ich würde halt gerne die Gründe für Vergrößerung der BK erfahren. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Krainer Bauernstock sowohl handlicher als auch einfacher als die Bienenkiste zu sein scheint.

        Deshalb vermute ich, dass evtl. das Hamburger Klima der BK-Erfinder eine Rolle gespielt haben könnte...

        Grüße,
        -garbeam
        • Hallo garbeam

          Ich würde halt gerne die Gründe für Vergrößerung der BK erfahren. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Krainer Bauernstock sowohl handlicher als auch einfacher als die Bienenkiste zu sein scheint.

          Dazu kann dir am besten EMK was sagen.

          Zudem gilt die Apis Mellifera Carnica, die ja im Krainer Bauernstock maßgeblich eingesetzt wurde, als eher gering Schwarmtriebig, weshalb die kleinere Dimensionierung hier evtl. positiv auf den Schwarmtrieb gewirkt hat.

          Der Krainer Bauernstock war ein "Schwarmproduzent". Die Schwärme waren in ganz Europa, ja gar auch in Übersee sehr begehrt. Man hat damals eine regelrechte Bauernstock-Schwarm-Produktion
          betrieben. Daher bin ich genau gegenteiliger Meinung von dem, was du annimmst.

          da man früher sicherlich kein Heckmeck wie die Winterfütterung in der heute konventionellen Imkerei vorgenommen hat.

          Ich denke schon, dass die damaligen Imker gefüttert haben, sicherlich spielten die
          Trachtverhältnisse eine große Rolle. Über die Wintereinfütterung kann man bereits in den
          ältesten Imkerbüchern aus dem 17. Jhd. nachlesen.

          Ich kann nur mutmaßen, da es beim Krainer Bauernstock keinen zusätzlichen Honigraum gab und zudem die Beute-Dimensionierung kleiner ist, dass im Sommer Waben bis "zu einem gewissen Grad" geerntet wurden und von den Bienen immer wieder aufgebaut wurden und Honig entsprechend dann für den Winter gesammelt wurde.

          Nein, im Sommer wurde nicht geerntet. Geerntet wurde im Frühjahr, nach der Durchlenzung.
          Insofern hast du recht, die Bienen bauten dann die ausgeschnittenen Waben wieder nach und
          belegten sie während des Jahres wieder mit Brut und Honig. Es wurde nur 1 x geerntet.
          Wir können das heute aufgrund der Varroaproblematik mit der bienenkiste nicht mehr genau so
          machen, was eigentlich die wesensgemäßere Variante der Honigentnahme wäre.

          gruss bf


            Abyssus abyssum invocat
          • bienenflug schrieb am 10.05.2016, 08:33
            Hallo garbeam
            Zudem gilt die Apis Mellifera Carnica, die ja im Krainer Bauernstock maßgeblich eingesetzt wurde, als eher gering Schwarmtriebig, weshalb die kleinere Dimensionierung hier evtl. positiv auf den Schwarmtrieb gewirkt hat.

            Der Krainer Bauernstock war ein "Schwarmproduzent". Die Schwärme waren in ganz Europa, ja gar auch in Übersee sehr begehrt. Man hat damals eine regelrechte Bauernstock-Schwarm-Produktion
            betrieben. Daher bin ich genau gegenteiliger Meinung von dem, was du annimmst.


            Meine Aussage rührt auch nur aus dem Einfluss von Imkern aus der Bekanntschaft her, die meinen, dass Carnica weniger Schwarmtrieb hat als Nigra. Habe hier aber keine wissenschaftlichen Nachweise vorzubringen wink


            Ich denke schon, dass die damaligen Imker gefüttert haben, sicherlich spielten die
            Trachtverhältnisse eine große Rolle. Über die Wintereinfütterung kann man bereits in den
            ältesten Imkerbüchern aus dem 17. Jhd. nachlesen.

            OK, zugegeben, meine Aussage bezog sich eher auf die Unterstellung, dass früher maßvoller mit Ressourcen umgegangen wurde und demnach geringerer Honig-Raubbau als in der heute konventionell üblichen Imkerei vorgeherrscht hat. Das sollte nicht ausschließen, dass trotzdem gefüttert wurde, wenn nötig, aber eben vermutlich in geringeren Dimensionen. Vielleicht täusche ich mich aber auch.


            Ich kann nur mutmaßen, da es beim Krainer Bauernstock keinen zusätzlichen Honigraum gab und zudem die Beute-Dimensionierung kleiner ist, dass im Sommer Waben bis "zu einem gewissen Grad" geerntet wurden und von den Bienen immer wieder aufgebaut wurden und Honig entsprechend dann für den Winter gesammelt wurde.

            Nein, im Sommer wurde nicht geerntet. Geerntet wurde im Frühjahr, nach der Durchlenzung.
            Insofern hast du recht, die Bienen bauten dann die ausgeschnittenen Waben wieder nach und
            belegten sie während des Jahres wieder mit Brut und Honig. Es wurde nur 1 x geerntet.
            Wir können das heute aufgrund der Varroaproblematik mit der bienenkiste nicht mehr genau so
            machen, was eigentlich die wesensgemäßere Variante der Honigentnahme wäre.

            Mir ist aber nicht klar, wieso dass heute nicht mehr genauso gemacht werden könnte? Meinst Du der Ertrag wäre im Frühjahr zu gering, bevor die Brutphase beginnt? Oder sind Oxalsäure-Rückstände im Honig zu befürchten durch die Winterbehandlung?

            Aber selbst wenn die Honigentnahme auf den Juni/Juli nach der Volksteilung geschoben werden würde, könnte man doch vermutlich ohne Honigraum einen Teil der Waben (1/4 vielleicht?) ernten und sollte dann nicht noch genug Zeit für den Wiederaufbau und die Varroabehandlung bleiben?

            Würde das gerne verstehen.

            Unabhängig davon, wäre aber auch der Ansatz des Honigraums wie in der BK denkbar, aber grundsätzlich mit einer kleineren Dimensionierung des normalen Beuteraums (ähnlich der Größe des Bauernstocks), oder?

            Grüße
            -garbeam
            • hallo garbeam,

              Würde das gerne verstehen.

              Der Krainer Bauernstock wurde, wie ich bereits schrieb ähnlich einer
              "Schwarm-Industrie" betrieben, womit ich verdeutlichen möchte, dass diese
              Beute einzig und allein dem Schwarmtrieb diente und damit der Produktion
              von Schwärmen.
              Der Vorzug dieser Kiste bestand, wie du richtig angemerkt hast, in ihrer
              Stapelfähigkeit. So konnten hunderte Kisten in Block aufeinander gesetzt
              werden, dem sogenannten Wärmeblock, der die Schwarmlust der Völker antrieb.

              Übrigens waren die Schwärme wegen der geringen Größe der Kiste auch
              nicht sehr groß. Ein nennenswerter Honigertrag war nicht zu erwarten.

              Im Unterschied dazu bietet die Bienenkiste die Möglichkeit - gute Trachtverhältnisse vorausgesetzt -
              a) richtig starke Schwärme abzugeben und
              b) einen doch beachtenswerten Honigertrag ( 15 -20 kg) zum Eigenbedarf
              zu gewinnen.

              Hierin liegt der Unterschied zwischen Bienenkiste und Krainer Bauernstock. Mit norddeutscher Planung hat das überhaupt nichts zu tun.

              Noch einmal zum Honigertrag: In früheren Zeiten ließ man den Honig
              über Winter in den Stabilbaubeuten. Dies diente sowohl dem Zweck der Winterselbstversorgung der Völker als auch dem Reifeprozess des Honigs. Was hiervon Anfang Mai übrig war, erntete der Imker. Es gab keine Sommerernte!
              Die Bienen bauten beim Erwachen de Bautriebes die ausgeschnittenen
              Waben wieder nach und füllten sie mit Honig, gaben einen oder mehrere
              Schwärme (und damit auch einen Teil des Honigs) ab und im nächsten
              Frühjahr erntete der Imker wieder den Rest. Du kannst Dir nun sicherlich
              vorstellen, dass da keine großen Honigreserven mehr im Volk vorhanden
              waren.

              Wir können heute auf diese Weise nicht mehr imkern, zumindest nicht mit
              der Bienenkiste. Denn wir müssen sowohl die Ameisensäure- als auch die
              Oxalsäurebehandlung durchführen. Hierzu gibt es gesetzliche Vorschriften,
              auch für das Inverkehrbringen des Honigs. Letzteres wäre
              nicht möglich, würde man dem Volk den Honig über Winter belassen.

              Wenn Dir meine Ausführungen noch nicht reichen, so lese dich bitte
              im Eigenstudium tiefer in die Materie ein und/oder richte bitte Deine Fragen direkt an EMK, der über tiefergehende Kenntnisse verfügt als ich.

              gruss bf


              [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 4 Jahren, 1 Monat geändert.]
                Abyssus abyssum invocat
              • Hallo bienflug,

                bienenflug schrieb am 10.05.2016, 22:58
                hallo garbeam,

                Würde das gerne verstehen.

                Der Krainer Bauernstock wurde, wie ich bereits schrieb ähnlich einer
                "Schwarm-Industrie" betrieben, womit ich verdeutlichen möchte, dass diese
                Beute einzig und allein dem Schwarmtrieb diente und damit der Produktion
                von Schwärmen.
                Der Vorzug dieser Kiste bestand, wie du richtig angemerkt hast, in ihrer
                Stapelfähigkeit. So konnten hunderte Kisten in Block aufeinander gesetzt
                werden, dem sogenannten Wärmeblock, der die Schwarmlust der Völker antrieb.

                Übrigens waren die Schwärme wegen der geringen Größe der Kiste auch
                nicht sehr groß. Ein nennenswerter Honigertrag war nicht zu erwarten.

                Im Unterschied dazu bietet die Bienenkiste die Möglichkeit - gute Trachtverhältnisse vorausgesetzt -
                a) richtig starke Schwärme abzugeben und
                b) einen doch beachtenswerten Honigertrag ( 15 -20 kg) zum Eigenbedarf
                zu gewinnen.

                Hierin liegt der Unterschied zwischen Bienenkiste und Krainer Bauernstock. Mit norddeutscher Planung hat das überhaupt nichts zu tun.


                Soweit verstanden. Trotzdem hat die Dimensionierung des Bauernstocks anscheinend aber für die Überwinterung der Völker genügt. Deshalb stelle ich mir die Frage, wenn man den Krainer Bauernstock 1:1 neben dem Primärziel der Schwarmbildung heute betreiben würde und zudem nach dem ersten Vorschwarm im Mai/Juni in den Wabenbereichen wo keine Brut vorhanden is die Wabenbereiche entfernen würde, sich diese Bereiche merkt und dann aufbauen läßt und wiederum bei guter Tracht Ende Juni/Anfang Juli für geringen Honigertrag erntet, dürfte dieser Bereich ja durch keine Säurebehandlung belastet sein. Natürlich dürfte man vermutlich den Honig nicht im Umlauf bringen, aber für den Eigenbedarf müßte dass doch verzehrbar sein. Weiterhin müßte doch dann die Zeit von Juli-Sep bei guter Tracht dem Volk genügen, diese Wabenbereiche wieder aufzubauen und zu befüllen.
                Wenn der Ertrag auf minimal 1-2kg Entnahme dadurch beschränkt wird, müßte doch ein derartiger Betrieb auch heute möglich sein?
                Nach der Sommer-Entnahme kann ja die Varroa-Behandlung beginnen.

                Alternativ wäre auch ein zusätzlicher Honigraum (etwa 1/3 der BK Dimensionierung) aber bei Gleichbehaltung der Original-Dimensionierung denkbar. Ich versuche mal EMK zu kontaktieren um Hier die näheren Gründe zu erfahren, wieso auch der Brutraum vergrößert wurde.

                Naiv betrachtet bedeutet eine vergrößerte BK doch auch ein größeres Kältepotenzial im Winter, da ein größerer Raum schlechter warm zu halten ist.


                Noch einmal zum Honigertrag: In früheren Zeiten ließ man den Honig
                über Winter in den Stabilbaubeuten. Dies diente sowohl dem Zweck der Winterselbstversorgung der Völker als auch dem Reifeprozess des Honigs. Was hiervon Anfang Mai übrig war, erntete der Imker. Es gab keine Sommerernte!
                Die Bienen bauten beim Erwachen de Bautriebes die ausgeschnittenen
                Waben wieder nach und füllten sie mit Honig, gaben einen oder mehrere
                Schwärme (und damit auch einen Teil des Honigs) ab und im nächsten
                Frühjahr erntete der Imker wieder den Rest. Du kannst Dir nun sicherlich
                vorstellen, dass da keine großen Honigreserven mehr im Volk vorhanden
                waren.

                Klar. Persönlich geht es mir auch nur um minimale Erträge, ich finde es viel spannender die Völker zu beobachten und zu vermehren.


                Wir können heute auf diese Weise nicht mehr imkern, zumindest nicht mit
                der Bienenkiste. Denn wir müssen sowohl die Ameisensäure- als auch die
                Oxalsäurebehandlung durchführen. Hierzu gibt es gesetzliche Vorschriften,
                auch für das Inverkehrbringen des Honigs. Letzteres wäre
                nicht möglich, würde man dem Volk den Honig über Winter belassen.

                Das verstehe ich. Allerdings siehe oben, sehe ich die Möglichkeit einer kleinen Sommer-Entnahme unter den genannten Umständen.

                Grüße,
                garbeam
                • Alternativ wäre auch ein zusätzlicher Honigraum (etwa 1/3 der BK Dimensionierung) aber bei Gleichbehaltung der Original-Dimensionierung denkbar. Ich versuche mal EMK zu kontaktieren um Hier die näheren Gründe zu erfahren, wieso auch der Brutraum vergrößert wurde.


                  Hallo Garbeam,
                  mich würde interessieren, ob und was EMK dir zu dieser Frage geantwortet hat.
                  gruß bf

                    Abyssus abyssum invocat
                  • Hallo bf,

                    bienenflug schrieb am 06.09.2016, 22:15
                    Alternativ wäre auch ein zusätzlicher Honigraum (etwa 1/3 der BK Dimensionierung) aber bei Gleichbehaltung der Original-Dimensionierung denkbar. Ich versuche mal EMK zu kontaktieren um Hier die näheren Gründe zu erfahren, wieso auch der Brutraum vergrößert wurde.


                    Hallo Garbeam,
                    mich würde interessieren, ob und was EMK dir zu dieser Frage geantwortet hat.
                    gruß bf


                    er hat darauf nicht geantwortet. Nach dem Studium von Seeley halte ich inzwischen den Brutraum der Biki mit ca. 56l für etwas überdimensioniert. Seeley hat ja ein Optimum von ca. 42l bestimmt (https://ecommons.cornell.edu/handle/1813/42437). Der Biki BR entspricht ca. 3,5 Warré Zargen vom Volumen. Völker auf 2 Warré Zargen überwintern aber bereits sehr gut. Wenn man den HR von knapp 30l noch zurechnet, enstpricht eine volle Biki einer Warré mit ca. 5,5 Zargen.

                    Der Krainer Bauernstock wurde mit 70x30x15 angegeben, das sind etwa 31l Volumen und entspricht demnach ziemlich exakt zwei Warré Zargen. Ergo wäre ein Krainer ohne HR grundsätzlich nicht zur Honiggewinnung geeignet und eher eine Schwarmzuchtanlage, was er ja demnach auch war. Aber für Überwinterung völlig ausreichend.

                    Ich denke daher, wenn man die Biki in der Länge nach auf 42cm für die BR Oberträger und 22cm für die HR Oberträger schrumpfen würde, dann wäre die Biki dem Optimum von Seeley ziemlich nahe (42cm BR wäre 38l) und würde auch immerhin noch knapp 20l extra Honigraum liefern. In Summe entspräche so eine Biki etwa 4 Warré Zargen. Mit etwa 70cm Länge bei gleicher Höhe und Breite wäre so eine Biki auch deutlich handlicher und in trachtärmeren Gegenden aus meiner Sicht auch empfehlenswerter.

                    Inzwischen habe ich für mich aber beschlossen, statt kleinere Bikis zu bauen, meine Bikis nach dem Schwärmen kommendes Jahr in TTBHs umzuwandeln. Hierzu plane ich die Biki um 180° zu drehen, den Bodendeckel zu entnehmen. Die Brutwaben dann Fluglochfern im ersten Schritt nach hinten zu hängen und Fluglochnah dann quer (wie bei TBHs typisch) frische Oberträger einzuhängen. Sobald das Brutnest auf die frischen Oberträger migriert, überlege ich dann die Langwaben nach und nach Fluglochfern zu verkürzen, solange da keine Brut drin ist und die Teilwaben als Honig zu ernten. Sukzessive plane ich dann den Oberträgerbereich zu erweitern bis die verkürzten Langwaben komplett Brutfrei sind, vermutlich dann in 2018.

                    Grüße,
                    -garbeam
                    • Hallo garbeam,
                      danke für diese Hinweise. Dann gibst du die BK-Haltung also auf? Was hat denn bei dir nicht
                      funktioniert?

                      gruß bf
                      PS: Ich finde es schade, dass du keine Antwort von EMK bekommen hattest.

                        Abyssus abyssum invocat
                      • emk hat den Krainer Bauernstock in den Dimensionen so optimiert, dass die Bienen genug Vorräte einlagern können und man trotzdem noch eine nette Menge Honig ernten kann.

                        Bei kleineren Versionen nimmt die Schwarmfreudigkeit zu und die Honigernte ab. Wenn man das denn will...
                          Bienen machen glücklich!
                        • Hallo bf,

                          ja ich gebe die BK-Haltung ab kommender Saison dann sukzessive auf. Bin jetzt in der 2. TBH-Saison und finde dieses Prinzip für mich einfach skalierbarer/besser. Daneben will ich auch 2 Warré's kommendes Jahr starten.
                          (Vor 15 Jahren bin ich mal mit einigen DN-Hinterbehandlern und einer Kutzsch-Beute in einem Bienenhaus eingestiegen, hab dann aber wegen Studium, Auslandsaufenthalten, etc. das Imkern lange Zeit unterbrochen.).

                          Inzwischen bin ich völlig von naturnahem Imkern überzeugt, auch Dank der Biki und dieser Community.

                          Bei mir ist es so, dass ich nur einen Standort nutze, direkt am Haus und hier wenig Spielraum für das Kippen von meinen Bikis habe (Hanglange, beschränkter Platz). Mein Hauptkritikpunkt ist daher primär das Kippen zum Öffnen und der damit verbundene extra Platzbedarf. Platzmäßig kann ich auf den Raum von einer Biki 2 TBHs oder 3 Warrés betreiben. Das ist für mich der entscheidende Grund.

                          Ansonsten habe ich nur kleinere Kritikpunkte am Biki-Konzept -- a) beim Öffnen sehe ich doch viele irritierte Bienen, die heimkehren wollen und b) ist die Stockduftentweichung durch Öffnen gefühlt deutlich schlimmer als bei Magazinbeuten, da die Biki relativ flach ist. Wie schlimm das jetzt wirklich ist, will ich nicht wirklich werten. Warré sieht das als sehr relevant an in seinem Buch...

                          Grüße,
                          -garbeam
                          • Jutta50 schrieb am 07.09.2016, 13:47
                            emk hat den Krainer Bauernstock in den Dimensionen so optimiert, dass die Bienen genug Vorräte einlagern können und man trotzdem noch eine nette Menge Honig ernten kann.

                            Bei kleineren Versionen nimmt die Schwarmfreudigkeit zu und die Honigernte ab. Wenn man das denn will...

                            Das mit dem Ertrag scheint wohl ein naheliegender Grund zu sein. Aber siehe oben: ein um 20cm verkürzter BR und 10cm verkürzter HR würde in etwa einer Standard-Warré Konfiguration entsprechen. D.h. die Schwarmfreudigkeit dürfte bei einer leicht verkleinerten Biki keinen großen Unterschied zur Standard-Biki Dimensionierung machen, denn die Warreaner beobachten jetzt ja auch keine übermäßige Schwarmtätigkeit, bei vglb. Volumen und "Management". Alleine die Existenz eines gewissen zuschaltbaren HRs scheint den Schwarmtrieb etwas zu beeinflussen aber nicht unbedingt das exakte Volumen. Ist aber nur mein Eindruck...

                            -garbeam
                            • Bei der BiKi kann man keinen zusätzlichen Raum durch Aufsetzen von Honigraum oder zusätzlicher Brutzarge schaffen. Deshalb wurde wohl ein mittelgroßes Maß genommen, das i.d.R. auch so funktioniert.

                              Statt die BiKi zu verkleinern oder sonstwie in Richtung bereits existierender Beutensysteme zu verändern, könnte man doch gleich diese nehmen? Ich verstehe diese Optimierungswut irgendwie nicht recht ... dabei wird doch den Frauen immer nachgesagt, sie könnten "gut genug" nicht gut genug sein lassen, sondern wollten ständig etwas verbessern und hätten an allem etwas zu meckern. wink

                              Jutta
                                Bienen machen glücklich!
                              • @garbeam
                                Ich bin dir dankbar, dass du die Gründe, die dich zur Abkehr von der Bienenkiste bewegen in deiner eigenen sehr sachlichen Weise nachvollziehbar dargestellt hast. Kein Wort der Enttäuschung! Sehr gut!!!
                                Bei mir funktioniert die Bienenkiste nicht wirklich gut. Deswegen bin ich von der Bk jedoch in
                                keiner Weise enttäuscht. Im Gegenteil: Ich finde sie richtig gut und EMK`s Konzept dazu ist
                                einmalig und hervorragend.

                                Nun zu deinen Anmerkungen @liebe Jutta
                                Du hast das große Glück ein Volk zu haben, das über mehrere Jahre nicht geschwärmt ist, die
                                Kiste optimal ausgebaut hat und dich und deine Familie zufriedenstellend mit Honig versorgt.
                                Dies alles spricht für eine gute, sicherlich noch relativ durchgängig vorhandene Trachtlage.
                                Überlege mal wie es wäre, wenn du jährlich Ende Juni Anfang Juli einen halb ausgebauten
                                (wenn überhaupt), teilweise mit Brut belegten Honigraum vorfindest.
                                Du musst ihn leeren, ob du willst oder nicht. Die Hälfte der Mittelwände kannst du einschmelzen,
                                die sind verloren. So ging es mir fast jedes Jahr, zugegeben, nicht immer bei allen vier Bkisten.
                                Da kommt Frust auf- ich wiederhole- nicht über die BK sondern über die Randbedingungen hiesiger
                                Bienenhaltung. Das ist in erster Linie die zunehmend schlechteren Trachtbedingungen und
                                Vergiftungen.
                                Deshalb habe ich für mich (und wer will auch für andere) die Bienenkiste bereits tiefgehend
                                optimiert und dabei kam die aufrecht stehende Bienenkiste heraus. Die war jetzt im ersten Jahr
                                direkt ein voller(naja!) Erfolg. Deshalb denke ich schon, dass jeder auch durchaus kleine
                                Optimierungmaßnahmen bei der Betriebsweise vornehmen kann oder gar muss. Wie zum Beispiel
                                die Verkleinerung des Honigraums, wie in Petra`s Fall. Darin hat sie meine Unterstützung.
                                Ich möchte nochmals EMK`s Ausführung zur Verbesserung der Winterselbstversorgung erinnern:

                                EMK empfiehlt, die Betriebsweise zu optimieren und nennt ein paar Beispiele. Ich denke nicht,
                                dass diese Aufzählung abschließend ist. Ich kann mir vorstellen, dass das Umkehrprinzip für
                                die Betriebsweise einer BK in honigarmen Gegenden durchaus zu einer deutlichen Verbesserung
                                beitragen kann, ohne tiefgreifende Veränderungen vornehmen zu müssen.
                                Ob der Honigraum dabei kleiner ist als der Brutraum, ob man beide Räume gleich groß gestaltet oder den gesamten Innenraum drittelt, wie von Micha vorgeschlagen spielt u. U. keine große
                                Rolle.
                                Das Vorhaben soll aber auch nicht in Optimierungswut ausarten. Da käme wirklich nichts gutes
                                bei raus und es soll auch niemand durch kleine Optimierungsvorschläge vom bisherigen gut
                                funktionierenden Konzept abgehalten werden.

                                Leider wissen wir nicht, bei wie vielen Freunden die BK tadellos funktioniert und bei welcher
                                Anzahl es nicht funktioniert. Wenn sich das Umkehrprinzip als hilfreich in ausgeräumten
                                honigarmen Gegenden herausstellen sollte, wäre das BK-Konzept, kaum verändert, weiterhin anzuwenden. Kleine bauliche Details sind dabei unerheblich.

                                So sehe ich das, und so möchte ich weiter darüber nachdenken. Es ist wie mit allem:
                                Wenn der Gedanke einmal da ist - mündet er unweigerlich in ein Handeln.
                                danke für deine (fettgedruckte) Klarstellung! Ich sehe das genauso. "Never change a winning team" - oder System! Bei mir funktioniert die Bienenkiste hervorragend, so wie sie ist, so dass es für mich keinen Grund gibt, daran herum zu basteln. Deine Gründe dafür sind dagegen nachvollziehbar.
                                Liebe Jutta, wir liegen ganz nah beieinander. Und Deine Beiträge sind wirklich immer sehr
                                herzerwärmend.

                                Gruß bf










                                [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 9 Monaten geändert.]
                                  Abyssus abyssum invocat