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  • Hallo!

    Eine gute Freundin von mir macht gerade einen demeter-Imkerkurs und hat mir erzählt, dass die Kursleiter die Bienenkiste aus wesensgemäßen Gesichtspunkten als ziemlich schlecht beurteilt haben. Die Begründung war, dass die Bienenkiste aufgrund der großen Oberfläche zu extrem großem Stress für die Bienen führe, um die richtige Temperatur im Brutraum halten zu können - im Sommer müssen sie unverhältnismäßig viel kühlen, und in den kalten Monaten unverhältnismäßig viel wärmen. Die Bienenkiste sei, mit dem Krainer Bauernstock als Vorbild, an unser Klima nicht angepasst.

    Ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass meine Bienenkisten extrem heiß sind im Sommer. Seit ich ein paar Magazinvölker geschenkt bekommen habe und vergleichen kann, habe ich das Gefühl, dass die Bienen dort an den jetzigen heißen Tagen viel mehr mit Kühlen beschäftigt sind.

    Aber was sagt ihr dazu???

    Gruß Katharina [Hinweis: skogenslilla hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 8 Monaten geändert.]
    • Hallo Katharina,
      war der Kursleitung bekannt, dass die Bienenkiste mit einem Dach betrieben wird und nicht den ganzen Tag in der Sonne stehen sollte? Durch das Dach entsteht ja auch eine Art Puffer für die Temperaturen. Aus meiner Sicht ist die BK nicht zu heiß oder zu kalt. Besonders die Aussage, dass im Winter zu viel geheißt werden muss ist doch vollkommen unlogisch aus meiner Sicht. Vielleicht hast du einfach einen etwas "voreingenommene" Kursleitung gehabt wink.
      Viele Grüße
      Mathias
      • Hallo Mathias!

        Ich mache den Kurs ja nicht selber, sondern eine Freundin. Die hat mir gestern Abend erzählt, was ihre Kursleiter über die Bienenkiste gesagt haben. Ich kenne also keine weiteren Details und konnte auch nicht persönlich nachhaken... Ich habe aber, genau wie du, angeführt, dass die Bienenkiste ja ein Dach bekommen sollte. Direkte Sonneneinstrahlung auf das Dach sollte man ja eigentlich nicht haben.

        Viele Grüße, Katharina
        • Noch ein Nachtrag: Ich glaube, gemeint war, dass die Aufstellung der Krainer Bauernstöcke in Bienenhäusern übereinander kein Problem war. Aber durch die Einzelaufstellung der Bienenkiste fällt der Vorteil der gegenseitigen Isolation weg und wird zu Stress für die Bienen.

          Gruß Katharina
          • Jutta Reply #5, vor 2 Stunden, 19 Minuten

            skogenslilla schrieb am 01.06.2016, 11:43

            Eine gute Freundin von mir macht gerade einen demeter-Imkerkurs und hat mir erzählt, dass die Kursleiter die Bienenkiste aus wesensgemäßen Gesichtspunkten als ziemlich schlecht beurteilt haben. Die Begründung war, dass die Bienenkiste aufgrund der großen Oberfläche zu extrem großem Stress für die Bienen führe, um die richtige Temperatur im Brutraum halten zu können - im Sommer müssen sie unverhältnismäßig viel kühlen, und in den kalten Monaten unverhältnismäßig viel wärmen. Die Bienenkiste sei, mit dem Krainer Bauernstock als Vorbild, an unser Klima nicht angepasst.



            Hallo zusammen!

            Es gibt einen neuen Artikel von Torben Schiffer zum Thema: "Beekeeping(R)evolution - a species protection program", in: Natural Bee Husbandry, 12/2019, S. 17-29). Er weist hier mit Wärmekameraaufnahmen den in der Tat sehr großen Wärmeverlust bei der Bienenkiste (wie bei den konventionellen Magzinbeuten) nach und verurteilt die Beutenform als völlig ungeeignet, weil hier wegen der zu niedrigen Temperaturen "riesige Mengen von Schimmel ein üblicher Anblick" wären und macht sich über Mellifera lustig, die diese ungeeignete Beute auch noch als "wesengemäß" vertickten.
            Allerdings hat er seine Versuchskiste (Vergleich verschiedener Beutenformen auf Wärmeverluste) direkt auf der Erde stehen und ohne Dach - was so ja gar nicht vorgesehen ist.

            Ich betreibe meine Bienenkiste jetzt im 7. Jahr und hatte noch niemals auch nur Ansätze von Schimmel. Mein erstes Volk hat 5 Winter schadlos in dieser "völlig ungeeigneten und nicht wesensgemäßen" Beute überstanden.

            Was ich jedoch interessant an den Untersuchungen von Schiffer finde, ist, dass die Bienen zwar in der Lage sind, die hohen Wärmeverluste (in länglichen Strukturen natürlich höher als in der Kugel) auszugleichen, dafür aber hunderttausende von Flug- und Sammelstunden mehr leisten müssen, sich dabei abnutzen und schwächen. Zudem verbringen Bienen in Baumhöhlen bzw. Klotzbeuten oder ähnlichem offenbar sehr viel Zeit mit eigener und gegenseitiger Pflege (u.a. Absuchen von Milben), die durch die zusätzlich erforderlichen Flugstunden bei rechteckigen, dünnwandigen Beuten nicht zur Verfügung steht. Auch seien die Völker in eckigen Beuten größer als in runden, ebenfalls nur wegen des höheren Energiebedarfs für das Temperaturmanagement.

            Abgesehen von dem bei Herrn Schiffer üblichen Austeilen gegen die Bienenkiste (hat er eigentlich eine persönliche Fehde mit Erhard??) hat er doch insofern recht, als wir die Kiste besser isolieren und so die Lebensbedingungen und damit die Gesundheit unserer Bienen verbessern könnten.

            Ich sehe mich gerade nach Dämmplatten aus natürlichen (Bio-) Materialien um, die nicht zu schwer sein dürfen oder abnehmbar sein sollten. Es gibt Strohplatten mit bis zu 4 cm Dicke, Kork bis zu 2 cm. Alles bislang leider nur im Baustoffhandel, der die Produkte nur palettenweise abgibt. - Ich bleibe dran.

            Viele Grüße in die Runde,
            Jutta [Hinweis: Jutta50 hat den Beitrag zuletzt am vor 6 Monaten geändert.]
              Bienen machen glücklich!
            • Dieser Tage sind hier Bilder von einer Wärmebildkamera aufgetaucht. Die wärmste Stelle war auf der Oberseite direkt über der Wintertraube (was ein Wunder).
              Ich werde diesen Winter eine einfache Filzmatte, wie sie bei Magazinen im Innendeckel liegt; über die Wintertraube legen, das sollte den größten Effekt bringen (und muss natürlich auf Feuchte kontrolliert werden).

              s.
                repariere nichts, was nicht kaputt ist. (Alf)
              • Ja, das stimmt, über der Wintertraube geht sichtbar eine große Menge Wärme weg, was durch das nicht mitfotografierte Dach allerdings schon gemildert werden dürfte.
                Ich habe jetzt das Dach erstmal mit Schilfmatten ausgestopft, die ich noch vorrätig hatte. Das sollte dann hoffentlich auch gegen die hier z.Z. herrschende Hitze etwas isolieren. Für den Winter tüftelt mein Mann gerade an an- und abhängbaren Strohpressplatten. Zum Kippen der Kiste vor der Honigernte sollten die wegen des Einzelgewichts von 3,5 kg nämlich besser abzunehmen sein.
                  Bienen machen glücklich!
                • ihr wisst aber schon das die bilder von herrn schiffer der wärmebildkamera von der bienenkiste mit " roboterbienen " gemacht worden sind ?! sprich , ohne waben .....!!!!!!!
                  • Seit Jahren habe ich im Winter auf den Bienenkisten zwischen den beiden Querleisten passgenau jeweils ca. 20mm dicke Styroporplatten liegen, die ich noch mit ein paar kleineren, flachen Steinen beschwere, sodass die Platten gut anliegen und auch nicht von Sturm oder Tieren verschoben werden können. Oben drauf befinden sich Dächer im Stil von Kevins Entwurf. Die Styroporplatten sind leicht und unempfindlich gegen Feuchtigkeit aus Sprühregen, Nebel oder verwehtem Schnee, der es bis unter das Dach schafft.
                    Ich glaube aber nicht, dass die Maßnahme zu einer nennenswert erhöhten Raumtemperatur innerhalb der Bienenkiste führt - ebenso wenig wie in anderen Beuten. In meinen Magazinbeuten habe ich schon genau so Schimmel gefunden. Gern würde ich auch den hohlen Baumstamm oder die besiedelte Spechthöhle sehen, in der es bei Besiedlung durch Bienen keinen Schimmel gibt.
                    8|
                    • spunf schrieb am 26.08.2019, 14:59
                      Dieser Tage sind hier Bilder von einer Wärmebildkamera aufgetaucht.
                      Hast Du bitte einen Link zu diesen Bildern?
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                      • guidospain schrieb am 27.08.2019, 21:24
                        ihr wisst aber schon das die bilder von herrn schiffer der wärmebildkamera von der bienenkiste mit " roboterbienen " gemacht worden sind ?! sprich , ohne waben .....!!!!!!!

                        Er beschreibt in dem Artikel aber auch den im Vergleich zur "Turmbeute" hohen Totenfall und den Schimmel auf den Waben bei der Bienenkiste. Hat wohl ausser seinen Simulatoren auch noch echte Bienen dem Bienenkistenstress ausgesetzt. wink

                        Dass Roboter die Wärmeproduktion eines Bienenvolkes simulieren können, will ich Schiffer ja noch glauben, aber dass sie sich den veränderlichen Feuchtigkeitsbedingungen im Stock so anpassen können, wie lebendige Bienen, wage ich zu bezweifeln. Wenn aber eh nur nachgewiesen werden soll, dass die BiKi ungeeignet ist und "üblicherweise" zu kalt ist und schimmelt, reicht eine solche Versuchsanordnung ja auch völlig aus. [Hinweis: Jutta50 hat den Beitrag zuletzt am vor 6 Monaten geändert.]
                          Bienen machen glücklich!
                        • cookie schrieb am 27.08.2019, 21:46
                          spunf schrieb am 26.08.2019, 14:59
                          Dieser Tage sind hier Bilder von einer Wärmebildkamera aufgetaucht.
                          Hast Du bitte einen Link zu diesen Bildern?
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                          Ich habe die Bilder, aber Einstellen geht nicht, von wegen Copyright. Der Artikel + Bilder liegt z.Z. nur in print vor, es gibt also auch keinen Link dazu.
                            Bienen machen glücklich!
                          • cookie schrieb am 27.08.2019, 21:29
                            Seit Jahren habe ich im Winter auf den Bienenkisten zwischen den beiden Querleisten passgenau jeweils ca. 20mm dicke Styroporplatten liegen...

                            Styropor ist nicht luftdurchlässig. Kann das nicht die Schimmelneigung verstärken?
                              Bienen machen glücklich!
                            • cookie schrieb am 27.08.2019, 21:29

                              Ich glaube aber nicht, dass die Maßnahme zu einer nennenswert erhöhten Raumtemperatur innerhalb der Bienenkiste führt - ebenso wenig wie in anderen Beuten. In meinen Magazinbeuten habe ich schon genau so Schimmel gefunden. Gern würde ich auch den hohlen Baumstamm oder die besiedelte Spechthöhle sehen, in der es bei Besiedlung durch Bienen keinen Schimmel gibt.
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                              Der Standort macht wohl eine Menge aus. Wie oben schon geschrieben, habe ich noch nie Schimmel in der Kiste gesehen. Es ist also schon möglich, dass von Bienen bewohnte Hohlräume schimmelfrei sind.
                              Die Baumhöhlen haben zudem 8 - 10 cm dicke Wände (oft mehr) aus atmungsaktivem Holz, das jede Menge überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen kann und Wärme halten, bzw. Hitze puffern kann. Ich denke schon, dass ein Bienenvolk in der Lage ist,unter solchen Bedingungen optimal zu heizen und zu lüften und so Schimmel zu vermeiden.
                                Bienen machen glücklich!
                              • Jutta50 schrieb am 27.08.2019, 22:02
                                Styropor ist nicht luftdurchlässig. Kann das nicht die Schimmelneigung verstärken?
                                Die Styroporplatte deckt geschätzt weniger als 30% der gesamten Oberfläche des Brutraumes ab. Wenn das Holz nennenswert "atmungsaktiv" wäre, sollte die Restfläche doch ausreichen. Tatsächlich wird der größte Luftaustausch m.E. durch das Flugloch (und das ggf. schlecht schließende Rückbrett) stattfinden - je nach Standort ganz ohne Zutun der Bienen. In dem Bereich, wo die Styroporplatte aufliegt, ist aber auch eher weniger Schimmel zu erwarten, da die dadurch isolierten Flächen ja nominell wärmer sein müssen und dort also weniger Feuchtigkeit kondensiert. Das ist im Wohnhaus auch nicht anders, Schimmel bildet sich dort auch zuerst an den kalten, schlecht isolierten und schlecht belüfteten Stellen.
                                Zwischen den Trägerleisten des Brutraumes und der Oberseite der Bienenkiste habe ich noch nie Schimmel gefunden.
                                Aber wie Du schon geschrieben hast, dürfte viel vom Standort abhängen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind).
                                cookie
                                • Jutta50 schrieb am 27.08.2019, 21:59
                                  cookie schrieb am 27.08.2019, 21:46
                                  spunf schrieb am 26.08.2019, 14:59
                                  Dieser Tage sind hier Bilder von einer Wärmebildkamera aufgetaucht.
                                  Hast Du bitte einen Link zu diesen Bildern?
                                  cookie

                                  Ich habe die Bilder, aber Einstellen geht nicht, von wegen Copyright. Der Artikel + Bilder liegt z.Z. nur in print vor, es gibt also auch keinen Link dazu.
                                  Ahh, danke. Das las sich für mich so, als wären die Bilder hier irgendwo online "aufgetaucht".
                                  cookie
                                  • Das war ggf. auch so gemeint. Vielleicht weiß spunf ja noch, wo er die Bilder gesehen hat und kann hier weiterhelfen?
                                      Bienen machen glücklich!
                                      • repariere nichts, was nicht kaputt ist. (Alf)
                                      • Jutta50 schrieb am 27.08.2019, 21:49
                                        guidospain schrieb am 27.08.2019, 21:24
                                        ihr wisst aber schon das die bilder von herrn schiffer der wärmebildkamera von der bienenkiste mit " roboterbienen " gemacht worden sind ?! sprich , ohne waben .....!!!!!!!

                                        Er beschreibt in dem Artikel aber auch den im Vergleich zur "Turmbeute" hohen Totenfall und den Schimmel auf den Waben bei der Bienenkiste. Hat wohl ausser seinen Simulatoren auch noch echte Bienen dem Bienenkistenstress ausgesetzt. wink

                                        Dass Roboter die Wärmeproduktion eines Bienenvolkes simulieren können, will ich Schiffer ja noch glauben, aber dass sie sich den veränderlichen Feuchtigkeitsbedingungen im Stock so anpassen können, wie lebendige Bienen, wage ich zu bezweifeln. Wenn aber eh nur nachgewiesen werden soll, dass die BiKi ungeeignet ist und "üblicherweise" zu kalt ist und schimmelt, reicht eine solche Versuchsanordnung ja auch völlig aus.
                                        Wer gerne mehr über Feuchte und Wärmedämmung von Beuten erfahren möchte , empfehle ich chelifer.de
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                                        • cookie schrieb am 27.08.2019, 23:31
                                          Jutta50 schrieb am 27.08.2019, 22:02
                                          Styropor ist nicht luftdurchlässig. Kann das nicht die Schimmelneigung verstärken?
                                          Die Styroporplatte deckt geschätzt weniger als 30% der gesamten Oberfläche des Brutraumes ab. Wenn das Holz nennenswert "atmungsaktiv" wäre, sollte die Restfläche doch ausreichen. Tatsächlich wird der größte Luftaustausch m.E. durch das Flugloch
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                                          Ich denke, nicht der Luftaustausch ist das Problem. Der "Taupunkt" ist (wie bei alten Gemäuern mit 20cm neuer Dämmung) tiefer in das Material verschoben und die Feuchte kann von dort auch nicht mit Luftaustausch vertrieben werden. Ich versuche es diesen Winter trotzdem mit dem Filz.

                                          s.

                                            repariere nichts, was nicht kaputt ist. (Alf)