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  • Liebe Bienen(-kisten)freunde,
    um keinen Fehler zu machen, möchte ich Euch um Euren Rat bitten zum Thema "begattete Königin in die Bienenkiste einweiseln".
    Ich beschreibe mal in möglichst kurzer Form unsere Situation:
    Wir sind Anfänger und haben am 17.5. unseren allerersten Schwarm entgegengenommen, ein Naturschwarm, 4kg. Nach einem Tag im Keller haben wir den Schwarm in unsere Bienenkiste einlaufen lassen wollen. Dabei ist vor unseren Augen die Königin abgeflogen (ohne Geleit) (!). Daraufhin stoppte sehr schnell die Einlauf-Prozession. Bienen, die bereits in der Kiste waren, kamen wieder heraus und sammelten sich zusammen mit allen anderen VOR der Kiste. Es wurde insgesamt sehr unruhig, viele flogen umher, aber keine folgte der Königin.

    Am nächsten Tag baten wir einen Imker um Rat. Er bestätigte unsere Vermutung, dass das Volk weisellos ist und da er keine Königin abzugeben hatte, bot er uns an, frische Brut in die Kiste zu hängen, um die Bienen ersteinmal zum Einzug zu bewegen. Das hat auch geklappt, seit dem 19.5. kümmert sich das Volk um die frischen Brutzellen und vermutlich zieht es auch Nachschaffungszellen heran (was wir heute nachmittag prüfen werden, um die Weisellosigkeit bestätigt zu wissen).

    Von einem anderen Imker können wir evtl. morgen oder am Freitag eine begattete Königin bekommen und möchten diese dann "Einweiseln". Die Brutwabe hängt mittig in der Bienenkiste, wieviel zusätzliche Waben inzwischen gebaut wurden, wissen wir erst nach dem Öffnen der Kiste heute Nachmittag.

    Unser Plan wäre, den Königinnenkäfig (wo sie sich binnen ca. 24h herausfressen kann/herausgefressen wird?) möglichst nah an dieser Brutwabe an eine Trägerleiste zu hängen.

    Ich hoffe, dieser Plan hinkt nicht an irgendeiner Stelle und wäre sehr dankbar, wenn mir dazu jemand etwas schreiben könnte. Gerne auch Anregungen, Hinterfragungen, Kritik, etc.

    Wir sind uns auch etwas unsicher, ob wir die Kiste jetzt schon aufstellen und öffnen können (zwecks Prüfung auf Nachschaffungszellen und auch um in ein/zwei Tage die Königin reinzuhängen), da die Bienen ja sicherlich schon frische Waben gebaut haben und wir nicht wissen, wie stabil das alles jetzt ist.

    Ganz lieben Dank schonmal an alle, die bis hierher gelesen haben.

    Viele Grüße
    Heike [Hinweis: julchen hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
    • Hallo Heike,

      ist im Prinzip schon OK. Nachschaffungszellen raus und dann 1 - 2 Stunden warten, so dass auch alle die Weisellosigkeit begriffen haben. Das mit dem Einhängen des Ausfresskäfigs lass ich aber weg. Einfach von hinten die Königin im Käfig an eine Wand schieben, wo die meisten Bienen sind. Dann kann sich dort bequem eine Traube bilden.

      Zusätzlich Futter (1:1) geben und danach in Ruhe lassen.

      Viel Erfolg
      Michael
      • Hallo Heike,
        ergänzend zu Michaels Hinweisen möchte ich mitteilen, dass dein ratgebender Imker bis jetzt alles richtig gemacht hat.
        Durch das Zuhängen einer Brutwabe wurde das Verlangen nach einer Mutter nochmals gesteigert,
        was sehr vorteilhaft ist. Das weisellose Volk giert förmlich nach einer Mutter.

        Aber beachte:
        Mit dem Zuhängen der Brutwabe führst du zugleich eine Weiselprobe durch. Wenn Nachschaffungszellen angeblasen sind, so ist das Volk sicher weisellos.
        Entferne nun die zugehängte Brutwabe (nicht nur die Weiselzellen), warte dann eine Stunde
        und anschließend kannst du völlig gefahrlos die begattete Königin im Ausfressverfahren zusetzen. (einfach das Ausfresskästchen mit einem Nagel an eine frisch gebaute Wabe
        steckeln). Die Stunde Wartefrist solltest du einhalten, damit das Volk erkennt, dass es
        wieder weisellos ist. Vorteilhaft wäre es, den Zusatzkäfig z. B. im unteren geschlossenen Teil mit stockfremdem Honig einzuschmieren (ohne jedoch die Königin zu gefährden oder zu bekleckern).

        Würdest du die Brutwabe nicht entfernen, läuft die zugesetzte Edelmutter Gefahr, abgestochen zu werden.

        Es macht überhaupt nichts, die BK aufzurichten und zu öffnen. Entferne nötigenfalls auch
        den frischen Wabenbau um die Brutwabe gleich mit. Keine Angst, die Bienen werden die so
        entstandene Lücke in kürzester Zeit wieder schließen.

        Viel Glück
        bf
        [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
          Abyssus abyssum invocat
        • Lieben Dank für Eure Antworten!
          Unsere gestrige Prüfung auf Nachschaffungszellen war ganz deutlich positiv, es gab etliche davon! Außerdem wurden rechts und links von der Brutwabe fleißig neue Waben gebaut, wirklich sehr fragil, eine davon ist bei unserer Kistenaufstellaktion abgebrochen.

          Hallo Michael, danke Dir für den guten Tipp mit dem Warten von 1-2 Stunden, das war uns vorher gar nicht klar. Wir planen auf jeden Fall zwei Stunden Wartezeit ein.

          Hallo Bienenflug, danke Dir, Du hast uns etwas von der Sorge genommen, dass wir allzu Schlimmes anrichten, wenn etwas abbricht. Über Deinen Hinweis, die Brutwabe komplett zu entfernen, grübeln wir noch. Wir haben gelesen, dass die Brut beim Zusetzen auch drin bleiben kann, nur frische Stifte und junge Maden müssen raus. Unsere Brut ist heute mind. 6 1/2 Tage alt, eher 7-9 Tage, wir dachten, dann ist es nicht mehr so kritisch...?

          Viele Grüße
          Heike
          • Hallo Heike,
            Ihr kennt die Fakten und Ihr müsst entscheiden. Hinweise sollen lediglich
            eine Hilfestellung geben, damit das Zusetzen sicher funktioniert.

            gruß bf
              Abyssus abyssum invocat
            • Hallo Heike,

              ich kann bienenflug auch nur zustimmen.

              Wenn es SICHER klappen soll, dann würde ich die Brut entfernen.
              Sonst besteht die Gefahr, dass Eure Königin abgestochen wird.

              Gruss Andreas
              • Wie schaut die Brutwabe denn aus? War es nur ein Zipfelchen mit jüngster Brut oder eine fette Brutwabe, in der beidseitig gerade tausend Arbeiterinnen vor dem Schlupf stehen?
                • michfro schrieb am 25.05.2017, 22:35
                  Wie schaut die Brutwabe denn aus? War es nur ein Zipfelchen mit jüngster Brut oder eine fette Brutwabe, in der beidseitig gerade tausend Arbeiterinnen vor dem Schlupf stehen?

                  Hallo Michael, wir haben ein Bild von der Brutwabe gemacht, ich versuche mal es hier anzuhängen...
                  Wir haben mit unserem beratenden Imker nochmals wegen des Entfernens der Brut gesprochen, er ist sehr zuversichtlich, dass die Bienen die Königin annehmen, auch wenn wir die Brut drin lassen (natürlich ohne Nachschaffungszellen). Auch der Imker, von dem wir die Königin haben, riet uns, die Brutwabe in der Kiste zu lassen. Für uns ist es schwer abzuwägen, wessen Rat wir nun folgen sollten. Wir haben uns letztlich entschieden, die Nachschaffungszellen zu entfernen, die Brutwabe wieder einzuhängen, zwei Stunden zu warten und die Königin zuzusetzen. So geschehen am Donnerstag Abend. Wir haben den Zusetzkäfig zunächst noch geschlossen gelassen und erst am Freitag zum Ausfressen geöffnet. Das dürfte dann nochmal 12-24h dauern, so das das Volk heute (SA, 27.5.) im Laufe des Tages die Königin in Empfang nehmen dürfte. Heute morgen war das Volk sehr leise, genauso ruhig und leise wie das weiselrichtige Nachbarvolk. Bisher konnten wir immer einen Unterschied hören und werten das mal als gutes Zeichen.

                  Jetzt heißt es für uns Daumen drücken und abwarten...

                  Lieben Dank für Eure Unterstützung!

                  Viele Grüße
                  Heike