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  • http://www.ndr.de/kultur/buch/Maja-Lunde-Die-Geschichte-der-Bienen,geschichtederbienen102.html

    Eine gute Urlaubslektüre,

    hat bestimmt der ein oder andere bereits gelesen und kann uns seine Meinung zum Buch mitteilen.

    bf [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 11 Monaten geändert.]
      Abyssus abyssum invocat
    • Habe das Buch gestern fertig gelesen. Die Geschichten sind schön erzählt. Auf alle Fälle zu empfehlen.
      Jetzt kommt "Bienenhaltung für alle" von Warre dran! smiley
      • Würden mit den Bienen die Menschen aussterben?

        „Die Geschichte der Bienen“ – meistverkauftes Buch 2017
        http://www.bild.de/ratgeber/wissenschaft/ratgeber/wie-wichtig-sind-bienen-fuer-den-menschen-54371914.bild.html

        bf
          Abyssus abyssum invocat
        • Das Buch (Die Geschichte der Bienen, von Maja Lunde) habe ich im Herbst geschenkt bekommen.

          Es handelt sich um 3 Geschichten, die durch das ganze Buch parallel erzählt werden. Das heist (zumindest in den ersten 60 Seiten): alle 7-10 Seiten ein Platzwechsel -- wie "Speed-Dating". Die erste Geschichte findet im Jahre 2098 statt, nach dem großen "Kollaps" (ja, was ihr denkt), in Szechuan. Dort werden (wie schon im Doku mal gesehen) Frauen, aber auch Kinder und ganze Familien täglich in die Bäume geschickt um endlose Felder von Obstbäumen zu bestäuben. Alle sind unterernährt, das Baby isst gerne ein "Pseudo-Ketchup" (erinnert mich an meinen Sohn), es gibt nur Arbeit, wenig Freizeit, und Bestäuben. Und die Mama heißt "tau".

          Aber schwupp, jetzt sind wir im Jahre 1852 in Hertfordshire bei dem Faulenzer William. Er hat ein Problem -- obwohl er ausgebildeter Biologe ist, hat er zu viele Kinder. Daher ist er von dem Professor entlassen, weil er ... schwupp ... jetzt sind wir bei George (Autumn Hill, Ohio, 2007). George ist Berufsimker. Sein Vater war auch, eine Familientradition sozusagen. Aber sein Sohn will nicht mitmachen, denn er möchte schreiben, und noch schlimmer, isst kein Fleisch mehr. Tja, das hat Papas Geld (für die Uni) alles bezahlt. George klingt wie aus einem Dornröschenschlaf aufgestanden. Die Mutter auch. George zum Sohn: "Du musst aufessen was deine Mutter für dich gekocht hat ... deine Mutter hat mehrere Stunden in der Küche gestanden." Emma: "Es ist doch nur ein Hackbraten, George, soo lange habe ich dafür nun auch wieder nicht gebracht," und duckt sich weg, falls George zuschlägt. Nee, das steht da nicht, wird aber fast erwartet. Wir sind aber tatsächlich im Jahre 2007 und nicht 1907.

          Inzwischen wissen wir jetzt, dass William (1852, England) ein Problem hat. Er will sein Bett nicht verlassen. Ja, weil er seine Stelle verloren hat. Sein Aussehen und Geruch werden unerträglich (da denkt man an Howard Hughs). Aber dann kommt sein Sohn und sagt, "Gib dir Mühe, Papa" und plötzlich ist er aufgestanden. Wenn seine Frau das nur gewusst hatte. William hat jetzt einen Plan um die Imkerei zu verbessern. Aber es ist zu hoffen, dass er zuerst in die Dusche geht.

          Spätestens jetzt fängt man an, kleine Fragen zu stellen. Die Bestäuber z.B. -- wie lange ist denn die Blütezeit für alte Birnenbäume? Vier Wochen? Sechs Wochen? Was machen diese Familien (die anscheinend nur einen Tag im Jahr frei bekommen) in den anderen 10 Monaten? Marmelade kochen?

          Und man merkt kleine Fehler auch. George, der verschlossener Berufsimker, baut seine eigenen Beuten (und Rähmchen) und zwar nach eigenem Bauplan was immer in der Familie gewesen war -- "keine massenproduzierte Standardware". Aber gleichzeitig kauft er "die moderne Gitterböden mit Schublade". So ein Glück, dass die beiden zueinander passen. Und dann die Absperrgitter (die auch gekauft werden): "die dafür sorgten, dass [die Königin] im Bienenstock blieb und die kleineren Arbeiterinnen frei hindurchfliegen konnten." Hä? Das Absperrgitter sorgt dafür, dass die Königin nicht im Honigraum stiften kann. Oops.

          Und als ich dann wieder noch mal die Handlung wechseln musste (wirklich alle 7 bis 10 Seiten) habe ich das dicke Buch mit dem langen moralisierenden Zeigefinger zur Seite gelegt. Ein kleiner ergänzender Beitrag: Das Buch war das meistverkaufte Buch in Deutschland in 2017 (350.000 Exemplaren). Also dem einen oder der anderen dürfte es schon gefallen haben. ;-) [Hinweis: KMP hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 3 Monaten geändert.]
            Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
          • Ich werd es mir in den nächsten Jahren irgendwann auf jeden Fall mal reinziehen - aber erstmal jetzt im März oder so ihr neues, "Die Geschichte des Wassers".