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  • Über Bienenbrot (auf russisch Perga) haben wir uns meines Wissens nach hier im Forum weder unterhalten, noch sonst groß drum gekümmert.
    Ich selbst bin manchmal bei der Honigernte auf Bienenbrot aufmerksam geworden, wenn ich
    teilweise mit Bienenbrot gefüllte Honigwaben in die Presse gegeben habe. Sie landeten dann im
    Presskuchen und wurden mit eingeschmolzen.
    Erstmals dieses Jahr bei einer kleinen Honigernte aus der ATBH hatte ich das tolle Bienenbrot
    separiert und kräftig in die Waben gebissen. Das Bienenbrot ließ sich prima herauskauen.
    Die gekauten Wachsreste spuckte ich in einen Sammelbehälter und schmolz es mit ein. Das
    Bienenbrot landete in meinem Magen - ein unvergleichlich guter Geschmack. Honig kommt da ganz erhlich nicht mit.

    Bienenbrot / Perga ist ein natürliches und biologisch-aktives Produkt mit Heileigenschaften. Bienenbrot / Perga enthält biologisch-aktive Komponente: Monosachariden, 16 verwechselbare und unverwechselbare Säure, 13 Fettsäure und Karotinoide, Vitamine E, C, P, K, B1, B2, B3, B6, Kalium, Magnesium, Phosphor, Mangan, Eisen, Kupfer, Zink, Chrom, Jod, Kobalt, Enzyme und Stoffe, die ähnlich den Hormonen sind. Bienenbrot / Perga wirkt wohltuend auf menschlichen Organismus. Mit Sicherheit kann man behaupten, dass man ähnliches Produkt wie Perga nicht in der Natur findet. Wenn Bienenbrot / Perga durch Milchsäuregärung gekommen ist, ist Risiko von Allergieentstehung auf Blütenstaub bei innerlicher Einnahme auf Minimum vermindert.

    Im Gegenzug zu reinem Pollen, handelt es sich bei eingelagertem Bienenbrot ein von den
    Bienen verarbeitetes Produkt, indem es mit Speichel und Honig vermischt in mit frischem
    Propolis ausgekleidete Wachszellen eingelagert wird und dort fermentiert.
    Diese Wabenstücke sind lange haltbar - wenn man sie in geschlossenen Behältnissen z. B.
    Tupperboxen luftdicht aufbewahrt.

    Dieses unvergleichlich gute Produkt lässt mich derzeitig nicht mehr los!
    Mir stellte sich die Frage, wie ich als Bienenkistenimker aus meinen Völkern Bienenbrot
    könnte. Letztlich wird es, denke ich, auf folgende MÖglichkeit der Ernte hinauslaufen:

    Da ich seit mehreren Jahren aus meinen Bienenkisten mangels Tracht keine Honigernte erziele,
    die Kisten quaxi ein Perpetuum mobile sind, um die ich mich lediglich kümmere und, wenn möglich, Schwärme gewinne,
    bin ich auf den Gedanken gekommen, Bienenbrot/Perga und auch Honig im Rahmen der Bauerneuerung
    zu gewinnen. Will heißen, ich löse ein Bienenkistenvolk im Sommer nach der Brutpause auf,
    trommle es heraus und setze den Trommelschwarm in eine neue Beute.

    Bei der Ernte der Brutraumwaben habe ich folgende Ziele vor Augen:

    - Gewinnung von unverfälschtem Eigenwachs
    - Gewinnung von Honig
    - Gewinnung von Bienenbrot
    - Gewinnung von Propolis (mache ich mir zu einem späteren Zeitpunkt noch Gedanken drüber)
    - Varroadezimierung im Vorgriff auf die Spätsommerbehandlung

    Zu den einzelnen Punkten:

    Eigenwachs: Wir wissen mittlerweile alle, dass gekaufte Mittelwände zu einem hohen Anteil
    verfälscht und für die Bienen toxisch/tödlich sind. Daher habe ich zwischenzeitlich meinen
    Eigenwachskreislauf in Gang gesetzt.

    Honig: Mangels guter Tracht ernte ich mit der BK keinen Honig aus Idem Honigraum.Das Die Honigräume meiner 4 Kisten bleiben seit mehreren Jahren leer.
    Im Rahmen einer Bauerneuerung kann ich den im Brutraum vorhandenen Honig im Pressverfahren
    ernten. Es dürfte sich um geschmacklich hervorragenden Mischhonig handeln.

    Bienenbrot(Perga):
    Das wäre jetzt für mich neu!
    Perga ist sehr förderlich für die Gesundheit und ein hervorragendes natürliches Nahrungsmittel.
    Durch den Fermentietierungsprozess im Stock kann es durch den menschl. Organismus im Gegensatz
    zu reinem Pollen gut aufgeschlossen werden. Perga habe ich bislang total vernachlässigt und
    ihm mehr oder weniger überhaupt keine Beachtung geschenkt, was ich als groben imkerlichen
    Fehler erkenne. Perga möchte ich künftig genau so als Ernteprodukt betrachten wie Honig,
    wobei ich ersteres als wesentlich wertvoller ansehe.

    Propolis:
    Das Abkratzen von Propolis und Ansetzen mit Alkohol muss ich mir noch genauer ansehen.
    Im Vergangenen Herbst habe ich von einem Imkerfreund Propolistinktur zur Probe bekommen und
    habe wenige Tropfen auf einen Esslöffel Honig gegeben. Was das an Geschmacksexplision brachte,
    ist unglaublich!

    Varroadezimierung:
    Es ist ein bekanntes Verfahren, die Varroa im Sommer zu reduzieren, indem Imker ihre
    Völker brutfrei machen und auf Mittelwänden neues Wabenwerk errichten lassen.
    Einzig die auf den Bienen sitzenden Varroen werden mit ins neue Nest überbommen. Hiergegen
    werden die Bienen mit Milchsäure besprüht, was zu einer weiteren starten Varroabtötung
    führt.
    Da in der BK mit Anfangsstreifen gearbeitet wird und keine Waben gezogen werden, denke ich,
    dass hier eine OS-Verdunstung gut möglich und sinnvoll sein wird.
    Die Einwinterung erfolgt mit neuem Wabenwerk und wenig Varroa!


    Die Gewinnung von Bienenbrot aus meinen Bienenkisten werde ich mir künftig zu einem
    gleichwertigen Ernteziel herausarbeiten, genau wie meine bisherige Honigernte.
    Mir stellt derzeit noch die die Frage, ob ich die Völker jährlich beernten soll oder alle zwei Jahre, wenn der Brutraum möglichst komplett ausgebaut und die Waben entsprechend befüllt sind. Dies würde
    jährliche, maximal zweijährliche Bauerneuerung bedeuten. Ich wäre damit von meiner bisherigen
    Haltungsform, die Waben so alt werden zu lassen, wie Völker darin (über-)leben, abgekommenm.

    Da Perga hygroskopische Wirkung hat und ich es nicht speziell behandeln (trocknen) werde,
    kommt nur die luftdichte Lagerung in Betracht. Das Produkt soll ca. 1 Jahr lagerfägig sein.
    So alt wird es bei mir nicht werden - es schmeckt zum Lagern viel zu gut!

    Diesen Beitrag stelle ich gerne zur aktiven und regen Diskussion.

    gruß bf




      Abyssus abyssum invocat
    • Hört sich einerseits spannend an, andrerseits aber auch ernüchternd, dass du sonst so gar kein Honig ernten kannst.
      Will heißen, ich löse ein Bienenkistenvolk im Sommer nach der Brutpause auf,
      trommle es heraus und setze den Trommelschwarm in eine neue Beute.

      Entschuldige bitte meine Frage aus reiner Anfänger-Unwissenheit, aber wann ist im Sommer eine Brutpause? Ich dachte die gäbe es nur im Winter bei der Sonnenwende umzu!
      Und ich frage mich, ob die Bienenkiste dafür die richtige Beute ist, da sie bis zum Winter doch wieder ganz schön viel bauen müssen. Nach meiner bisherigen Erfahrung, würde ich schätzen, dass dieses Vorgehen nur zweijährig klappen kann. Oder doch eher in einem modularer System wie der Warré
      • hallo schnitzel,
        Sehr gute Anmerkungen, hätte ich nicht gedacht, dass jemand die Sommerbrutpause anspricht.

        In der Regel machen Königinnen um die Sommersonnwende rum eine kurze natürliche Legepause.
        Diese ist zum einen den dann fehlenden Trachtverhältnissen und zum andern der Vorbeireitung
        auf den Wintermodus geschuldet. Diese Legepause dauert nur wenige Tage.
        In der Bienenkiste lässt sich dies nicht prüfen, da wir keine Waben ziehen.

        Aber, es tritt Anfang - Mitte Juni eine natürliche Sommerbrutpause bei abgeschwärmten Völkern ein. Lassen wir Drohnenbrut aussen vor, dann ist ein Volk 21 Tage nach Schwarmabgabe auf natürlichem Wege brutfrei. Die Jungkönigin beginnt mit dem Stiften ein paar Tage später. In dieser Phase kann ich das Restvolk abtrommeln und wie einen natürlichen Schwarm in eine andere Beute einlogieren.
        Honig u. Bienenbrot sowie Propolis sammeln und verwerten. Insoweit noch Drohnenbrut vorhanden ist, wird sie hierbei vernichtet.
        Den positiven Effekt auf die Varroabelastung in einem solchen Falle kann der nachfolgenden
        Grafik entnommen werden:


        Ferner besteht die Möglichkeit, bei nicht geschwärmten Völkern bis Mitte Juli den gleichen Effekt durch eine künstliche Brutpause herbeizuführen, durch totale Brutentnahme im Zuge des Abtrommelverfahren und Umsiedlung des Volkes in eine andere Beute mit Anfangsstreifen.
        Gerade bei nicht geschwärmten Völkern ist diese Maßnahme zur Varroabekämpfung sehr sinnvoll.
        Die am stärksten belasteten und damit gefärdetesten Völker sind diejenigen, die nicht
        geschwärmt sind. Sie haben nur geringe Chancen, den Winter zu überstehen.
        Aus diesem Blickwinkel heraus ist es m. M. n. besser, nicht geschwärmte Völker abzutrommeln
        und die Varroapopulation dadurch zu ca. 80 % auf natürlichem Wege zu reduzieren.
        Die Maßnahme muss vor Mitte Juli abgeschlossen sein, weil dann die Völker mit der
        Aufzucht von Winterbienen beginnen.
        Vgl. nachf. Grafik:


        Diese letztgenannte Variante funktioniert bei einjährigen wie auch bei mehrjährigen nicht geschwärmten Völkern. Zum Bau des neuen Brutnestes ist noch ausreichend Zeit - gut füttern wird vorausgesetzt.
        Bei beiden Varianten führt dies zu einer positiven Bilanz der rel. Varroabelastung bis zum Zeitpunkt der Winterbrutpause durchgehend unterhalb der 10 % - Schwelle.

        gruß bf




        [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 1 Jahr geändert.]
          Abyssus abyssum invocat
        • Liebe BK-Freunde,
          kann und möchte mir jemand mitteilen, ob, wie und bei welcher Gelegeheit er/sie schon mal
          Bienebrot geerntet hat.
          Hat schon mal jemand das Ausstechverfahren erlebt oder angewendet,evtl. eine spezielle
          Erntemaschine eingesetzt und hierüber berichten?

          gruß bf
            Abyssus abyssum invocat