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  • Hi,
    nicht sicher, ob die Frage eher ins Varroa-Forum gehört, aber da ich erst in der Einlesephase bin ist Anfänger auf jeden Fall nicht ganz falsch.
    Wir sind kürzlich nach Südfrankreich gezogen (nächste BK zum potenziellen Anschauen leider 3h entfernt) und planen gerade den Permakulturgarten bzw Food Forest, der natürlich auch mindestens einen Bien enthalten soll, idealerweise mit ein bisschen Honig. (Schwanke noch zwischen BK und Warré, aber Schwarm wäre ja eh erst nächstes Frühjahr.)
    Wir haben in der Hauswand, direkt unter dem Dach einen Schwarm. Der Vorgängerschwarm lebte dort schon einige Jahre mit regelmäßigem Schwärmen alle 2-3 Jahre; letzten Winter starb er allerdings ab. Am 25. Mai riesiges Summen und ein neuer zog ein. So weit so gut.
    Problem ist, dass wir nicht wissen, warum der Schwarm gestorben ist. Falls der neue den nächsten Winter wieder nicht überlebt sieht es ja eher nach Krankheit aus; dann verschließen wir das Flugloch und sollte mit BK etc keine Probleme haben. Was aber wenn nicht? Haben wir dann eine potenzielle Varroa-/Krankheitsquelle im Garten?
    Danke schonmal
    Christian

    P.S. Erster Gedanke war umsiedeln, aber da ich keine Chancen habe an die Königin heranzukommen, habe ich das gleich wieder verworfen. Zumindest hätte ich einen logischen Ort für eine Lockbeute - falls die Wand wieder unbesiedelt sein sollte...
    • Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein wild lebendes Bienenvolk nach ein paar Jahren eingeht. Das war auch schon vor den Zeiten der Varroa so. Normalerweise vernichten dann Wachsmotten das alte, verbrauchte Wabenwerk, und die neuen Besiedler können bei Null anfangen.

      Euer Volk hat offenbar ziemlich lange durchgehalten. Das spricht eher dafür, dass es mit den Milben ganz gut zurechtgekommen ist; möglicherweise war es sogar zufällig resistent.

      Das sagt aber natürlich nichts über das neue Volk, das jetzt in der Mauer haust. Und im nächsten Frühjahr seid ihr leider auch noch nicht klüger. Denn bei frisch geschwärmten Völkern ist die Milbenlast in der Regel anfangs gering - entsprechend erhöht ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch ohne Behandlung über den ersten Winter kommen. Im nächsten Jahr können sie trotzdem kollabieren.

      Bei der Übertragungsgefahr ist der Abstand zu den Nachbarvölkern ein wichtiger Faktor. Ich würde das weitere Vorgehen davon abhängig machen. Wie weit ist der Standort eurer geplanten Kiste von der Mauerhöhle entfernt? Und gibt es andere Völker im Umkreis? Der amerikanische Bienenforscher Tom Seeley hält eine Distanz von ein, zwei Kilometern für unproblematisch; aber auch schon nach 30 bis 50 Metern verringert sich nach seinen Beobachtungen sehr deutlich das Risiko.

      Grüße
      schak
      • Danke schon mal für die ausführliche Antwort. Die BK soll etwa 30m weg stehen, wo es guten Schatten hat und in der Nähe der Hühner (damit die sich an der eventuellen Asiawespe verlustieren können). Mit den anderen Völkern in der Umgebung ist eine gute Frage - ich habe mir auch schon überlegt, wo das Volk hergekommen sein könnte, da mir keine Hobbyimker bekannt sind. Der nächste „echte“ Imker ist 10km weg. Ist dünn besiedelt hier. Allerdings hatten wir in unserem Birnbaum auch vor unserem Schwarm ordentlich Aktivität, insofern muss es Völker geben. Jeder zweite hält irgendwelche Tiere. (Bei der Einstellung der Franzosen zu ihren Tieren kann es allerdings sein, dass ich mir da auch zuviel Kopf mache... ;-) )
        • Hallo Arthy,

          Hühner- was würde ich die so gerne wieder halten.

          Die Bienen in eurer Gegend sind nicht varroaresistent, auch nicht die "wilden Schwärme".

          Als Ergänzung zu bienenkiste.de und hiesigem forum möchte ich dich auf den, wie ich meine, sehr aktiven Imkerverein in deinem neuen Wohnort hinweisen und auch darauf, das die Bienenhaltung und der Standort einer Präfecturverordnung unterliegt. Erkundige dich bitte bei den Leuten vor Ort. Diese können dir auch sicherlich Hilfestellung hinsichtlich des wilden Schwarms geben. Kollegiale Anbindung im örtlichen Imkerverein ist immer gut. Erkundige dich nach einem aufgeschlossenen "alten Hasen", von dem du möglicherweise auch deinen ersten Schwarm bekommen kannst.
          http://www.larucheduquercy.fr/

          viele grüße in den sonnigen Süden
          bf

            Abyssus abyssum invocat
          • Hi bf,
            super, danke Dir! Das ist zwar das Nachbardepartement (wir wohnen quasi in einem 3-Dpt-Eck), aber als Kontaktpunkt werde ich die auf jeden Fall anschreiben/-rufen. Wegen Meldepflicht hatte ich mit der nahen Imkerin gesprochen - wie auch bei den Hühner ist eine „petit élévage familial“ nicht meldepflichtig, erst ab 10 Völkern (und 50 Hühnern ;-) ). Noch fällt es mir leichter, diese Dinge auf deutsch oder englisch zu machen, aber bis es soweit ist mit der BK wird französisch auch gehen. (Und per email ist eh kein Problem.)
            Gruß
            Christian
            • bienenflug schrieb am 30.06.2019, 11:58
              Die Bienen in eurer Gegend sind nicht varroaresistent, auch nicht die "wilden Schwärme".

              Hallo bf,

              ob "die Bienen" in einer bestimmten Gegend resistent sind oder nicht, läßt sich so pauschal nicht sagen. Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, gibt es in so gut wie allen größeren Populationen ein paar wenige Völker, die dem Varroadruck erst einmal ohne Behandlung widerstehen. Das ist ein gutes Zeichen zumindest für eine beginnende, halb ausgeprägte Resistenz. Im günstigsten Fall geben die Völker dieses Merkmal an ihre Nachkommen weiter - das heißt, wenn sie nicht zuvor beispielsweise ein benachbartes, stark belastetes Volk ausräubern und dann an den von dort importierten Milben zugrundegehen.

              In dicht besiedelten Regionen ist das wohl leider der Normalfall, aber wenn es tatsächlich in einem Radius von mehreren Kilometern keine weiteren Imker gibt, kann sich eine beginnende Resistenz schon auch mal innerhalb von zwei, drei Generationen verfestigen. Das nur als Anmerkung.

              Grüße
              schak
              • Hallo Schak,
                ich rate davon ab, die Hoffnung zu nähren, dass dieser wilde Schwarm varroaresistent sein könnte. Die dortigen regionalen Imker bekämpfen die Varro nicht ohne Grund.

                gruß bf
                  Abyssus abyssum invocat
                • Keine Sorge; bloß weil der vorige offenbar resistent war (oder zumindest genug, um lange alleine zu überleben), muss es dieser noch lange nicht sein. Deswegen hab ich die Frage ja überhaupt erst gestellt.
                  Habe übrigens nochmal wegen der Auflagen geforscht. Ich muss mich zwar nicht als Imker anmelden, aber die Beuten in eine zentrale Datenbank eintragen. Aufstellregeln gibt es in Tarn-et-Garonne vom Department auch, aber die sind common sense.
                  Danke nochmal
                  Christian