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  • Hallo zusammen,

    ich habe heute die Bienen einer Freundin gesehen, die mir keine Ruhe lassen:

    Es handelt sich um einen recht großen Schwarm (geschätzt 2,5kg), der vor 2 Wochen nach einer Nacht Kellerhaft in eine Einraumbeute einlogiert und damals auch gefüttert wurde, danach wohl nicht mehr (bei sehr gutem Trachtangebot).

    Die Bienen sitzen recht verteilt in der Kiste, an den Wänden und am Trennschied. Flugbetrieb war jetzt in den Abendstunden sehr sehr mäßig. Das Ohr an der Kiste klangen die Bienen normal: Ein bisschen summen, brummeln, knuspern. Beim Klopfen an die Kiste, haben sie einmal kurz aufgebraust und waren ruhig. Ich hätte eigentlich gesagt: Alles normal, machen lassen.

    Wir waren aber neugierig, da sie mir erzählt hatte, dass sehr viele Wachsschüppchen unten in der Beute liegen.

    Und tatsächlich: Eine kleine Bautraube baut wahnsinnig langsam winzig kleine Waben, das gesamte Wabenwerk ist gerade vielleicht 1/4 Handball groß.
    Die Königin stiftet, es sind Stifte sowie verdeckelte Arbeiterinnenbrut vorhanden, die Menge kann man aber an einer Hand abzählen. Ganz besonders auffällig war aber, dass der Beutenboden tatsächlich zentimeterdick mit Wachsschüppchen bedeckt ist und haufenweise Bienen überall in der Beute Wachsplättchen ausschwitzen und diese scheinbar fallen lassen ohne zu bauen.

    In der Beute hängen Rähmchen mit Schiffsrumpf, die mit etwas Wachs bestrichen sind.

    Ich habe nun dazu geraten, zu füttern (1:1), da die Bienen ja einen enormen Energieverbrauch haben, der einfach verpufft.

    Ich habe euch ein Bild angehängt, um die Lage einzuschätzen und bin gespannt, was euch dazu einfällt.

    Vielen Dank für eure Meinung

    Katrin


    • Hallo,

      mit welchem Wachs (Herkunft / Rückstände) wurden die Rähmchen bestrichen ? Oder anders rum: Man könnte ja versuchen eine Mittelwand rein zugeben. Das Bienen Jahr ist bald durch und so wird es schwierig / ummöglich den Winter zu überstehen.

      Was meinen die Experten ?

      Bg,
      Johannes
      • Danke, Johannes, für deinen Beitrag.

        So weit ich weiß, stammt das Wachs von Mellifera. Obenauf liegt auch ein Wachstuch, welches mit Mellifera-Wachs hergestellt wurde, und an dem die Bienen in der ersten Nacht jenseits des Trennschieds zu bauen begonnen hatten, bevor sie dann wieder zu den Rähmchen bugsiert worden sind.

        Mittelwand klingt nach einer interessanten Idee. Werde ich mal vorschlagen, da ich auch Bedenken habe, dass es sonst zeitlich langsam knapp wird.
        • Hallo

          mein erster Gedanke war auch der Wachs - oder es ist zu heiß, dass der neue Wachs einfach nicht hält.

          Ich würde die Wachsplätchen einschmelzen und dieser an das Rähmchen einstreichen und eine- mehrere neue Mittelwände wie Johannes schreibt einfügen.

          Gruss

          Drohn
          • Hallo Katrin,
            So was darf bei einem Schwarm nicht vorkommen. Die Fotos zeigen, dass er nicht homogen ist und
            getrennt an mehreren Orten sitzt.
            Dem kannst du jetzt geben, was du willst, das wird nichts.

            Aus meiner Sicht hilft nur eins: alle Bienen raus aus der Beute, Königin mit einem
            Siebkasten rausfangen. Dem Schwarm eine neue Königin im Zusetzkäfig beisetzen und über
            Nacht zur Einheit verschmelzen lassen.
            Am folgenden Abend den Schwarm über ein Tuch in die Beute einlaufen lassen und zuvor
            die Königin im Zusetzkäfig vorne an den ersten Wabenträger hängen. So ist sichergestellt,
            dass sie vorne bauen. Am Folgetag den Verschluss des Zusetzkäfigs gegen Futterteig
            oder steifen Honig zum Ausfressen austauschen.

            Den gesamten bisherigen Wabenbau entfernen. Das Volk muss gezwungen werden, alles neu
            zu bauen und dann bis in den Spätherbst füttern. Auf Varroabehandlung kannst du verzichten,
            da kaum mehr welche vorhanden sein dürfte.

            Für einen solchen Neubeginn es es noch nicht zu spät, das kann man auch Anfang August noch
            machen. Aber es sollte genügend Bienenmasse vorhanden sein und das musst du prüfen.
            Königinnen bekommst du derzeit bei vielen Imkern die abschleudern oder abgeschleudert haben,
            denn die wechseln jetzt die zweijährigen oder gar einjährige gegen neue aus.
            Auch eine Altweisel würde dir zu diesem Zweck gute Dienste leisten.

            gruß bf


              Abyssus abyssum invocat
            • Danke auch dir Bienenflug, für deine Sichtweise - das klingt alles sehr plausibel. Wenn wir die Königin auf einer der Waben finden, können wir sie auch so rausfangen, oder? Ich meine, ohne die Bienen aus der Beute zu entfernen. Die paar Waben, die sie bisher gebaut haben, könnte man auch entfernen, während die Bienen noch drinsitzen. Dann direkt die neue Königin wie von dir beschrieben im Ausfresskäfig am Rähmchen einsetzen.
              Und das alles abends, damit die Bienen sich über nacht in der Beute zusammenfinden können.

              Dann also nach dem Motto: "Schwarm im Jul, ein Federspul..."

              Ach so: Mittelwände würden wir dann auch mit dieser Variante weglassen, oder?

              Viele Grüße
              Katrin

              • Hallo Katrin,

                Der Schwarm ist jetzt bereits in seiner 3. Woche, geht demnach dem Ende einer üblichen Bauphase entgegen. Vorwiegend junge Bienen haben die Fähigkeit, Wachsplättchen auszuschwitzen.
                Diese Phase dürfte zwischenzeitlich bei den meisten Bienen dieses Schwarms vorüber sein.
                Auch von der Gesamtmasse der Bienen dürfte er schon einen Gutteil eingebüßt haben.

                Aus dieser Überlegung heraus würde ich euch empfehlen, Mittelwände einzusetzen, weil hier
                alle vorhandenen Bienen aus diesen Zellen ausziehen können. Der Futterbedarf und Energieaufwand
                ist um ein Beträchliches geringer als bei reinem Naturwabenbau. Die Gabe von Mittelwände
                halte ich in Anbetracht des Alters der Bienen für sicherer.

                Was die Königin anbelangt: Mehrere Wege führen bekanntlich nach Rom. Die von dir angesprochene
                Variante könnte zum Erfolg führen, wenn der Zufall zu Hilfe kommt. Ich vermute eher, dass
                ihr die Königin nicht auf den Waben finden werdet, sie sind zu stark besetzt.
                Wenn die Königin gezeichnet ist, könnte es funktionieren, wenn nicht, bleibt nur der von
                mir vorgeschlagene Weg, leider.

                gruß bf
                  Abyssus abyssum invocat
                • bienenflug schrieb am 07.07.2019, 23:42


                  Was die Königin anbelangt: Mehrere Wege führen bekanntlich nach Rom.

                  Hallo Katrin,
                  Ich möchte euch jetzt noch Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, diesem Volk auf angenehme
                  und einfache Weise zu helfen. Ein wenig Geschick ist erforderlich.

                  a) Wenn Ihr Kontakt zu einem Imker habt oder herstellen könnt, der mit der Einraumbeute
                  imkert, könnte dieser euch mit fertig ausgebauten und ausgeschleuderten Honigwaben aushelfen.
                  4-6 Waben würden genügen (oder gar per Post schicken lassen)

                  b) Ihr besorgt euch von einem x-beliebigen Imker aus der Nähe fertig ausgebaute leere
                  Waben (am besten wäre Dadant-Maß, wegen der Größe, es geht aber auch DN oder auch Zadant).
                  Diese Waben schneidet ihr aus den Rähmchen und schneidet sie passend für den Einsatz in
                  die ERB-Rähmchen zu. Mit dünnem Spanndraht diese sodann in die ERB-Rähmchen passend
                  einsetzen und befestigen.

                  Anschließend klopft/fegt ihr die vorhandenen angefangnenen Waben in die Beute ab und
                  setzt stattdessen die neuen fertigen Waben ein. Nach 1-2 Tagen haben die Bienen auch die
                  zu b) gebastelten Waben fest mit den Rähmchen verkittet und ihr könnt mit Leichtigkeit die
                  Königin auf diesen Waben suchen, herausfangen und austauschen.

                  Der Vorteil wäre, die neue Königin könnte
                  - sofort mit Stiften beginnen,
                  - kein Energieaufwand zum Wabenbau erforderlich,
                  - das Nest wäre fürs Überwintern komplett vorhanden
                  - es könnte bereits mit Einfüttern begonnen und ggfalls erweitert werden.

                  In 21 Tagen schlüpft neue Brut - und zwar bereits die ersten Winterbienen.

                  gruß bf





                    Abyssus abyssum invocat
                  • .Ihr besorgt euch von einem x-beliebigen Imker aus der Nähe

                    Na, so x-beliebig sollte der nicht sein. Ein aktuelles Gesundheitszeugnis wäre nicht schlecht und der Bezirk sollte auch faulbrutfrei sein...

                    Ansonsten würde ich "ganze" Oberträgerleisten mit 35mm Breite nehmen und die besorgten Waben mit Rähmchen von oben an die Leisten spaxen.
                    Was unten zu lang ist würde ich an den Rähmchen absägen.
                    Bei Zander zB kann das aber nur 2 cm oder so sein. Das ist einfacher und die Waben halten besser und der Einbau/Umtausch der Oberträger geht einfacher.

                    Viel Erfolg!
                    • Steht die Kiste in der Sonne, hat sie einen Sonnenschutz oder ein unterlüftetes Dach. In den letzten zwei Wochen war es sehr heiß. Wenn die Kiste zu warm wird kann das der Grund der Symtome sein.
                      Die Schwarmtraube kann die Beute ohne Waben noch nicht klimatisieren. Wenn es zu warm wird verteilen sich die Bienen um nicht zu überhitzen. Ohne Traube kann nicht ordentlich gebaut werden. Dies würde erklären warum wenig gebaut wurde und die Wachsschuppen zu Boden fallen.
                      Meine Vermutung. Der Schwarm hat am anfang begonnen zu bauen die Königin hat gestiftet. Dann wurde es zu heiß in der Kiste die Bautraube hat sich aufgelöst um nicht zu überhitzen. Die Baubienen können so die Wachsplättchen nicht entgegennehmen, der Bau kommt nahezu zum erliegen. Wäre keine Brut da hätte der Schwarm die Beute mit sicherheit verlassen.
                      Es wird jetzt etwas kühler, wenn ihr die Kiste beschattet wird sich wieder eine Bautraube bilden und die Waben werden weitergebaut. Füttern in kleinen Portionen wäre sinnvoll. Sonst würde ich nichts machen. Umweiseln ist nicht nötig, Mittelwände einhängen auch nicht.
                      • Hallo Ostalbkiste,
                        Im vorliegenden Faden geht es um die Einraumbeute von Mellifera.
                        Hier die Rähmchenmaße:

                        Rähmchen
                        
                        Maximal 22 Hochwaben pro Beute
                        Innenmaß: 261 breit, 426 hoch
                        Außenmaß: 285 breit, 458 hoch
                        Leistenbreite: 28
                        Oberträger Länge: 327
                        Stärke der Ohren: 10
                        Länge der Ohren: 21
                        (Mittelwand Breite: 258, Höhe: 422)


                        Die zu besorgenden Waben können also nicht hoch genug sein. Aus diesem Grunde habe ich Dadant oder
                        Zadant empfohlen und nicht Zander usw.
                        Beim Basteln sind sicherlich noch andere Varianten denkbar, z. B. indem man die zu verwendenden
                        Rähmchen mit Wabeninhalt nur so weit kaputt schneidet, dass der Oberträger eine Seitenwand und
                        der Boden erhalten bleibt, Oberträger u. Unterträger auf das passende Maß kürzt (Ohren beim
                        Oberträger mitberechnen, stehen lassen!) und die abgeschnittene Seite wieder anflanscht.
                        Mit dieser Verfahrensweise hätte ich kein Problem, braucht man auch nichts anzubinden, da die
                        Waben ihren ursprünglichen Halt haben.

                        @woidschratzl
                        lieber woidschratzl,
                        die von dir aufgestellte Hypothese kann ich wirklich nicht nachvollziehen.

                        gruß bf

                          Abyssus abyssum invocat
                        • Hatte einen ähnlichen Fall letztes Jahr bei einem Freund beobachten können. Hitzewelle nach einlongieren. Einraumbeute stand den ganzen Tag in der prallen Sonne. Bienen hingen überall in der Beute haben an verschiedenen Stellen angefangen zu bauen. In der Holzkiste wird es ohne Beschattung heiß wie in einem Backofen. Ohne Waben können die Bienen das nicht kühlen. Auf dauer halten die Bienen das nicht aus. Am dritten Tage sind sie dann abgehauen. Deswegen würde ich ja wissen ob die Kiste in der Sonne steht. Für oben genannte Beobachtungen ist das die einzige logische Erklärung. Wieso sonst liegen überall Wachsschuppen rum und es wird nicht gebaut. Wieso sollte das an der Königin liegen. Sogar ein weiselloser Schwarm baut Waben. Zwar anders aber er baut. Die Lösungen sind manchmal so einfach, dass man nicht drauf kommt smiley
                          • Hallo zusammen, vielen Dank, dass ihr mit so zahlreichen Hinweisen, Tipps und Überlegungen mithelft, das Verhalten dieser Bienen nachzuvollziehen.
                            Danke auch, bf, für deinen Einwand bzgl. ERB, das hätte ich jetzt sonst auch nochmal erwähnt. (Gleichzeitig meine Entschuldigung, dieses Forum für ERB-Fragen zu bemühen, aber eure engagierten Reaktionen bestätigen mich in der Entscheidung smiley)

                            Die Bienen saßen ursprünglich (im Baum) in einer wunderschönen, großen Schwarmtraube und sind problemlos der Königin in die Schwarmfangkiste gefolgt. Auch das Einlogieren klappte gut und schnell, so dass ich auch eher nicht auf Probleme mit der Königin geschlossen hätte.

                            Danke auch woidschratzl für deine Nachricht: Die Hitze gab es hier tatsächlich. Da haben meine Bienen auch schon alles Mögliche angestellt, um die Bude kühl zu halten.
                            Es klingt natürlich verlockend, mit Waben zu starten und der Königin eine Chance zu geben. Mir ist allerdings auch bewusst, dass es wohl bei einem Versuch bleiben wird.

                            Ich habe eure Beiträge weitergegeben und bin nun selbst gespannt, wie die Entscheidung ausfällt - ihr werdet auf jeden Fall erfahren, wie es ausgegangen ist...
                            • Hallo Katrin,

                              habe den Thread nochmals gelesen und frage mich wie die "Geschichte" ausgegangen ist. Kannst du was berichten ?

                              Bg,
                              Johannes