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  • Hallo liebe Bienenfreunde,

    leider hatte es nicht mit einem Naturschwarm über die Schwarmbörse geklappt und um unsere erste Bienenkiste doch noch dieses Jahr besiedeln zu können, hat uns ein befreundeter Imker einen Kunstschwarm von ca. 2,5 kg zusammengestellt.
    Dieser ist nach einer Nacht in Kellerhaft am 4. Juli wunderbar eingelaufen, die Königin wurde separat dazu gegeben.
    Am nächsten Tag lag die Königin tot hinten an der Rückwand umringt von ein paar Bienen, die sie nach dem Öffnen der Rückwand rausgeworfen haben. Die Bienen hatten sich allerdings trotzdem schön wie es sein soll vorne in der Kiste in einer Traube angeordnet.
    Ich füttere seit 6. Juli abends mit 1kg Zucker : 1L Wasser und plane, ihnen diese Menge für 3 Wochen alle 3 Tage zu geben. Die erste Ration ist seit gestern Mittag aufgefuttert.
    Es herrscht reger Flugbetrieb und der Schwarm wirkt an sich ruhig, Polleneintrag konnte ich jedoch noch nicht beobachten. Der Wabenbau scheint mir bisher auch noch nicht richtig voranzugehen, die Traube wirkt sogar eher kleiner als anfangs. Wobei die letzten beiden Tage auch deutlich niedrigere Temperaturen herrschten als davor. Ich habe das Flugloch auf Anraten meines Imkerfreundes von Beginn an auf ca. 2 cm eingeengt, um das Volk gegen Räuberei zu schützen. In der direkten Umgebung gibt es m. W. jedoch keine weiteren Bienenstöcke. Die Kiste steht in Ost-Ausrichtung, bekommt aber erst ab nachmittags direkte Sonneneinstrahlung ab.

    Ich habe u.a. in diesem Forum schon viel gelesen, z.B. zur Fütterung und Fluglochverkleinerung, möchte aber nochmal konkret für diesen späten Start mit Kunstschwarm nachfragen:
    - Wie würdet ihr es handhaben, um die Chancen, dass die Bienen den Winter überstehen, möglichst zu erhöhen?
    - Weisellos sieht der Schwarm nicht aus, oder? Es hatte sich evtl. eher eine zweite Königin unters Volk gemischt?!
    - Soll ich die Fütterung wie geplant beibehalten oder eher mehr/öfter/länger geben?
    - Soll ich das Flugloch eingeengt lassen oder es lieber öffnen, z.B. um die Bienen durch mehr Tageslicht zum Ausfliegen zu animieren?

    Vielen Dank schonmal für eure Rückmeldungen!
    Sabine


    Die Bilder sind leider teilweise falschrum... ich weiß nicht, wie ich es ändern kann... wenn ich sie direkt vom PC öffne, sind sie richtig herum [Hinweis: myosotis88 hat den Beitrag zuletzt am vor 9 Monaten geändert.]
    • Hallo Sabine,
      mutig von dir, mit einem späten Schwarm zu beginnen. Dein Imkerpate und du habt schon mal die
      Grundvoraussetzung für ein gutes Gelingen geschaffen, einen 2,5 kg Schwarm. Ich hoffe, er hat
      viele junge Bienen dabei (Bienen aus Honigräumen).
      Du fragst nach Optimierungen, d. h., du möchtest von uns Forumsmitgliedern Ratschläge für deine
      weitere Vorgehensweise. Jeder BK-Imker macht das ja stets auf seine Weise, unter Berücksichtigung
      der Anleitungen von bienenkiste.de bzw. EMK`s Büchern, die du sicherlich ebenfalls zu Rate ziehst.

      In deinem konkreten Fall würde ich dir empfehlen, das Flugloch mindestens zur Hälfte zu öffnen, und
      zwar auf der Seite, auf welcher der Schwarm sich eingenistet hat. Mit zunehmender Verbreiterung
      kannst du auch das Flugloch entsprechend weiter öffnen. Keine Angst vor Räuberei. Bei dem Volk gibts noch nichts zu rauben. Abends füttern!
      Zum Füttern hast du dich für 1 Liter täglich entschieden, macht 4 kg Zucker (bei 1:1) in 8 Tagen.
      Finde ich ok, zumal draußen in der Natur die Tracht vorüber ist.
      Den Wabenbau kannst du jetzt noch nicht sehen. Aber so wie die Traube auf Foto v. 08.07. zu sehen ist, sind die fleißig am bauen. Du müsstest Wachsplättchen auf dem Kistenboden oder im Fluglochbereich sehen. Und wenn du dein Ohr an die Kiste hältst, müsste es darin deutlich knistern.

      Das Volk sollte so langsam erste Pollen eintragen. Wenn da tatsächlich eine begattete Königin vorhanden ist, müsste diese bereits stiften. Kannst ja mal ne Klopfprobe machen. Wenn das Volk kurz aufbraust und sofort wieder still ist, deutet dies auf das Vorhandensein einer Königin hin.

      Auf gutes Gelingen
      bf



        Abyssus abyssum invocat
      • Hallo bf,

        vielen Dank für die ausführliche Antwort! Die Bücher sind natürlich im Einsatz smiley
        Wachsplättchen sind am Kistenboden und Fluglochbereich vorhanden und heute habe ich zum ersten Mal Polleneintrag beobachten können. Mit dem Ergebnis der Klopfprobe bin ich mir noch nicht ganz sicher, aber ich bin jetzt mal optimistisch smiley
        Lieben Dank schonmal und ich halte euch auf dem Laufenden!
        Sabine
        • Hallo miteinander,
          die ersten drei Wochen sind um und die Bienenkiste ist mittlerweile zur Hälfte ausgebaut, wenn auch nicht ganz in der vollen Breite. Dem Volk scheint es gut zu gehen und ich habe bis heute alle 2 Tage flüssig gefüttert, 1kg zu 1L.
          Jetzt frage ich mich:
          - Ich würde die Kiste so langsam gerne wiegen wegen der Wintervorräte, bei den Temperaturen traue ich mich aber nicht, die Kiste überhaupt zu bewegen - lieber etwas kühlere Temperaturen abwarten, oder was meint ihr?
          - soll ich weiterhin füttern oder jetzt erstmal eine Pause machen, bevor es Anfang August (ist ja schon bald...) ggf. mit der Winterauffütterung weitergeht?
          - Aufmachen, um nach der Brut zu schauen, ist bei den Temperaturen wohl auch nicht drin? Aber wenn alles gut aussieht, kann / muss ich mich auch erstmal gedulden?!
          Ich freue mich wieder über Rückmeldungen smiley aktuelle Fotos habe ich gerade keine, versuche ich aber nachzureichen!
          Viele Grüße,
          Sabine
          • Moin,

            du kannst auch mit einer Kofferwaage wiegen. Die gibt es für wenige Teuros in der großen Bucht.
            Damit wiegst du erst ein ende und dann das andere Ende. Dazu brauchst du nur soviel anheben das die Kiste gerade frei ist.

            flotte Grüße Dirk

            • Hi Sabine,
              hast du mittlerweile eindeutig Arbeiterinnenbrut identifizieren können? Bzw. wächst dein Volk mittlerweile an Arbeiterinnen wieder?
              Mich macht die tote Königin schon stutzig. Bei einem Kunstschwarm fügt der Imker doch die Königin normalerweise ganz gezielt hinzu, so dass eigentlich keine zweite dabei sein dürfte. Oder gab es bewusst mehrere? Würde mich wirklich interessieren smiley
              Toitoitoi weiterhin und lieben Gruß
              Katrin
              • Guten Abend,
                das mit der Kofferwaage ist eine gute Idee, danke! Müsste sogar noch noch irgendwo eine rumliegen haben...

                Arbeiterinenbrut konnte ich noch nicht identifizieren, weil ich die Kiste ja noch nicht geöffnet habe. Ja genau, eine Königin wurde zugesetzt, leider war versehentlich jedoch noch eine weitere dabei, die meinem Imkerfreund hinterher in einem Volk gefehlt hat... Daher und weil sich das Volk ansonsten für meine Begriffe gut entwickelt, warte ich lieber noch ein wenig bis ich die Kiste zum ersten Mal öffne, u.a. auch auf kühlere Tage. Es sei denn vielleicht, jemand von euch rät mir aus gutem Grund dazu, es schon früher zu tun wink

                Würdet ihr denn kontinuierlich weiter füttern oder erstmal ein wenig pausieren?

                Liebe Grüße,
                Sabine
                • Hallo Sabine,
                  wie du siehst, ist es nicht einfach, ohne Fotos und weiteren Zustandsinfos fundierte Ratschläge
                  zu geben.
                  Ich muss zugeben, dass es leichter wäre, wenn du uns ein Foto vom Brutraum zur Verfügung
                  stellen könntest, habe aber auch für deine berechtigte Entscheidung Verständnis, die Kiste
                  derzeit noch nicht zu öffnen.

                  Das was ich dir nachfolgend schreibe beruht mangels konkreten Infos auf Erfahrungen:

                  Dein später Kunstschwarm ist jetzt in die 4. Woche gekommen und hat die Kiste bis nahezu zur
                  Hälfte ausgebaut. Das hört sich erst einmal wenig an, ist jedochin Anbetracht der Umstände deines Volkes und schwindender Tracht während der Aufbauphase nicht ungewöhnlich und normal.
                  Viel Wabenbau wird, denke ich, trotz Zufütterung auch nicht mehr erfolgen. Das Volk
                  wird sich auf den Winter vorbereiten und du wirst feststellen, dass die Waben mit zunehmenden
                  Futtergaben lediglich noch dicker werden. Irgendwo muss die Futtermasse ja hin.
                  Das bedeutet auch, dass die Waben immer schwerer werden. Die Bienen verbrauchen jetzt
                  nicht mehr so viel Futter, da das Brutnest langsam schwindet.

                  Es besteht auf Grund des Gewichts der Waben eine gewisse Gefahr, dass sie abreißen können,
                  weil sie noch nicht am Trennschied angebaut sind. Daher ist in deinem Falle in der Tat
                  Vorsicht beboten beim Aufrichten und Niederlassen der Bienenkiste. Meiner Ansicht nach
                  ist die Gefahr, dass die Waben kippen und abreißen größer, als dass dies nicht geschieht.
                  Zumal, wie du richtigerweise schreibst, die Temperaturen derzeitig noch enorm hoch sind.

                  Ich würde die Futtergaben ab jetzt erst einmal strecken 1 kg 1:1 nur noch alle vier Tage und
                  das auch nur noch zwei mal. Danach sofort As-Behandlung mit dem Nassenheider Verdunster.
                  Sobald die beendet ist, sofort 4 kg Futter im Verhältnis 3:2 zur Winterauffütterung geben.
                  Sobald das Futter aufgebraucht ist, 1-2 Tage warten und noch einmal die gleiche Menge
                  geben.
                  Dies müsste eigentlich für den Winter genügen, Mitte September prüfen, wie es mit den
                  Futtervorräten aussieht. Wenn du der Meinung bist, dass sie zu wenig haben, kannst
                  du ein letztes Mal eine weitere Ration züfüttern. Danach ist Schluß. Rien ne va plüs!


                  Gruß bf


                    Abyssus abyssum invocat