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  • Hallo zusammen,

    wieder vorab die Entschuldigung, dieses Forum für BK-fremde Inhalte zu "missbrauchen", aber die Antworten sind einfach zu gut ;-)

    Folgende Situation bei einer Anfängerin, die ohne Kurs einen Kunstschwarm erworben hat, und die mich um Hilfe gerufen hat:
    Die Bienen wurden im April in Zanderkästen einlogiert, dabei gleich drei Zargen aufeinandergestellt und nur in der untersten Rähmchen gegeben.
    Alle zwei Tage gefüttert (Zuckerwasser 3:2) bis etwa vor zwei Wochen, als der Deckel sich nicht mehr abheben ließ: Die Bienen haben in den oberen beiden Zargen Wildbau errichtet, der voll ist mit Vorräten (sh. Bilder, der Wildbau ist hauptsächlich an der Rückseite der Beute befestigt).

    Nun soll die Varroabehandlung stattfinden...

    Ich schildere euch mal meine beiden Ideen. Bitte sagt mir mal, was euch dazu einfällt (außer: "Auweja, geht’s eigentlich noch…?!“)

    A) Lassen, wie’s ist: Zander als Klotzbeute halten
    Varroabehandlung AS mit Nassenheider Verdunster im Rähmchen von oben neben Wildbau (AS hätte aber viel Raum und müsste dann höher dosiert werden?). OS im Winter wird dann aber schwierig bis nutzlos. Anfängerin wird auch im neuen Jahr total überfordert sein.

    B) Aufräumen, wieder gangbar machen

    Schritt 1
    Z3 (oben) lösen, abnehmen und ausräumen (z.b. mit Draht durch Waben zwischen Z2 u. Z3 schneiden, Bienenflucht dazwischen legen, wenn Z3 weitgehend leer, dann abnehmen u Vorräte ggf. für Rückfütterung lagern). Falls ich Kö. irgendwann zufällig sehe (gezeichnet!), dann käfigen und versuchen, sie in Z1 zu bugsieren, ggf. alles von unten ankippen und Käfig zwischen Rähmchen setzen.

    Schritt 2
    Erste AS-Behandlung von oben über Leerzarge oder neben Wildbau in Z2.

    Schritt 3
    Z2 von Z1 lösen (m. Draht) und zur Seite stellen, Z1 durchsehen. Falls ich Kö. sehe, in Z1 belassen und Absperrgitter drauf. Darüber frische Zarge mit Rähmchen u. Mittelwänden stellen. Darüber ein Trennschied, dann Z2 mit dem Wildbau ganz oben aufsetzen, damit Brut auslaufen und Honig umgetragen werden kann. Bienen müssten zwar erstmal Zellen auf Mittelwänden ausziehen, aber die Zeit reicht ja noch. Was, wenn Kö. aber in Wildbau sitzt und sich einbildet dort statt ganz unten brüten und den Wintersitz einrichten zu wollen?

    Danke für eure Eindrücke, Korrekturen, neue Ideen.

    Viele Grüße

    Katrin
    • Moin,

      Damit die Bienen nicht neu anfangen müssen zu bauen würde ich alles so lassen. Nur wenn es mit der Varoabehandlung nicht geht die Zargen mit einen Draht auseinander schneiden.Dann würde ich so imkern wie mit einer Warré Beute.
      Bei Warré werden die Zagen NICHT auf gesetzt sondern unter gesetzt. Also nächstes Jahr zur Ostern zwei Zargen unter setzen. Die Bienen bauen von oben nach unten also werden sie die Zargen ausbauen, die Brut allmählich nach unten verlagern. zur Erntezeit im Jul. ist in den Wildbau dann nur noch Honig wink und die beiden Zargen werden zur Ernte abgenommen.

      Hier mal eine kurzbeschreibung zur Warré http://www.immenfreunde.de/Warre_Management.pdf


      Flotte Grüße Dirk

      • Lieber Dirk, liebe Forumsgmeinde

        das klingt schlüssig und schonend für die Bienen. In der Handhabung scheint mir deine Vorgehensweise auch geeignet, um eine Anfängerin zu begleiten und ihr die natürliche Entwicklung eines Bienenvolks nahezubringen (auch wenn das Volk später auf zwei Zanderzargen sitzt). Mein Ziel ist aber zunächst, dass die Bienen überleben und dass die angehende Imkerin mit ihnen im kommenden Jahr dann weitgehend selbständig zurecht kommt.

        Eine Varroabehandlung bekommen wir hin, allerdings mit den o.g. Unwägbarkeiten (großes Beutenvolumen -> Dosierung AS? Oder anderes Verfahren als Verdunstung, z.B. MAQS-Streifen, Apilife Var. Und im Winter OS träufeln wie gesagt eher schwierig bis unmöglich).

        Hier wären mir Tipps noch sehr hilfreich.

        Danke euch und ein schönes Wochenende

        Katrin
        • Hallo Katrin,

          OS träufeln könntest Du doch ganz einfach von unten, also die Zarge umdrehen und von unten in die Wabengassen träufeln. So wird es ja bei der Bienenkiste auch gemacht.

          Gruß
          Heiner
          • Hallo,
            ich würde den Wildbau komplett entfernen und auf der untersten Zarge überwintern. Die Bienen werden in diesem Jahr nicht mehr viel bauen.
            Somit kannst Du ordentlich behandeln und anschließend füttern. Kiste natürlich wiegen und Futter ermitteln. Leergewicht der Zarge sollte bekannt sein.

            @Dirk
            Bei Warré werden die Zagen NICHT auf gesetzt sondern unter gesetzt
            Dies ist nicht korrekt. Es kann auf- und untergesetzt werden. Warre ist ein andere Betriebsweise und nicht zu vergleichen.

            Gruß
            Markus



            • @ Heiner: Jaaa, najaaa, interessante Idee. Das ganze Ding komplett umdrehen klingt gewagt. Die Bienentraube sitzt dann ja eher oben beim Futter und nicht direkt unten, die müsste ich ja irgendwie mit der OS auch treffen ohne zu wild drin rumzustochern (es ist ja auch noch nicht bekannt, wie genau sie den unteren Raum mit den Rähmchen ge- oder verbaut haben).

              @ Heckflosse: So ungefähr wird’s wohl laufen. Das Futter kann ich dann hoffentlich auch beim Blick auf die Waben (hoffentlich in den Rähmchen) abschätzen. Ich würde dennoch versuchen, soviel wie möglich von dem entfernten Futter von oben über ein Trennschied zurückzufüttern und wäre auch zuversichtlich, dass die Bienen dafür auch Mittelwände aus einer neuen zweiten mit Rähmchen bestückten Zarge zu Waben ausziehen. Wenn ich sonst von oben füttere funktioniert das ganz gut. Und mit der Überwinterung auf zwei Zargen habe ich auch gute Erfahrung gemacht - naja, bei meiner einen Zanderbeute über zwei Winter ;-) Und noch sind es auch sehr viele Bienen, die ja irgendwohin müssen (Ableger will ich damit jetzt nicht machen).
              • Hallo zusammen,

                kurzer Zwischenstand:
                Die obere Zarge haben wir problemlos entfernt und auch die Varroabehandlung mit AS über eine Leerzarge durchgeführt.

                Als wir nun das weitere Vorgehen planen wollten, habe ich erfahren, dass die untere Zarge weder komplett mit Rähmchen bestückt wurde, noch diese direkt aneinander gerückt wurden, sondern mit Abstand drinhängen und die Bienen dort logischerweise ebenfalls Wildbau errichtet haben. Auch hängen dort noch zwei Futtertaschen, die ebenfalls eingebaut wurden.

                Das bedeutet, dass auch dort das Träufeln von OS ziemlich schwierig wird, und ich daher nun zu einer Kombination aus Heiners und Dirks Methoden tendiere, also die beiden Zargen so stehenlasse und im Frühjahr zwei untersetze. Wir werden mal ausprobieren, die zweizargige Beute zu stürzen und unten reinzuschauen, ob träufeln dort tatsächlich möglich wäre. Sollen die Bienen sich jetzt mal in Ruhe ihren Wintersitz einrichten. Und die aus der 3. Zarge entnommenen Vorräte geben wir ihnen über einen Zwischenboden zurück.

                Werde weiter berichten und freue mich wie immer zwischendurch über Kommentare.

                Viele Grüße
                Katrin