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  • Hallo,
    ich habe in meinem zweiten Jahr als Hobby-Imker zwei Bienenkisten in Betreuung. Bisher lief alles gut. Beide Völker sind am selben Termin parallel als Schwarm einmarschiert, beide stammen von einem befreundetem Imker mit Gesundheitszeugnis, beide haben sich ähnlich entwickelt:
    Ausbau Volk-1 zu 3/5 des Brutraums, Volk_2 zu 3/4 des Brutraums.

    Beide hatten Varroa-Befall, beide haben ab 11. August eine Nassenheider-Ameisensäure-Behandlung bekommen, danach jeweils 2,5 Kg Zucker gefüttert.

    Seitdem sah alles ganz gut aus. Mittlerweile hat sich die Anzahl der Bienen bei beiden Völkern reduziert (das sind wohl schon die Winterbienen?).
    Wenn man an die Kiste klopft brummt es kurz aber deutlich auf.

    Jetzt habe ich beide gewogen: 36 bzw. 35 Kg alles in allem, d.h. bei beiden fehlen wohl noch diverse Kilogramm Zucker!

    Habe gleich bei beiden je 1,5 Kilo reingestellt. Aber nach 1 Tag und einer Nacht zeigt sich, dass die Damen die Lösungen nicht angerührt haben, keinerlei Interesse. Die letzten Nächte waren kühl, Tage aber eher warm und sonnig.

    Frage: Muss ich mir Sorgen machen?

    • Hallo Hauke,
      auf deine Frage kann ich dir keine abschließende Antwort geben, denn mir fehlen da ein paar Informationen.
      Kennst du dein Leergewicht? Bei dem Ausbauzustand kannst du ca. 8 kg für Bienen und Wabenwerk dazugeben. Die Differenz
      zu deinen 36kg (wie gewogen?)ist dann der Honigvorrat und der sollte bei mindestens 15 besser 18kg liegen.
      Wenn es zu kalt ist, setzen die Bienen oft das Zuckerwasser /wichtig 3:2 füttern nicht um, oder sie finden das Futter
      nicht. Notfalls Trennschied rausnehmen und Futterschale direkt an Waben drücken.
      Denke du hast die Futterschale so gestellt, dass sie Verbindung zur Wand und zum Trennschied hat?
      Wie sind die Temperaturen in Villingen - Schwenningen in den nächsten Tagen?’
      Das mit dem Klopfen ist eher als Weiselprobe gedacht, das dürfte aber nicht deine Sorge sein, sondern der Wintervorrat und
      den gilts jetzt aufzufüttern, wenn nötig.
      LG Siggi
      https://www.bienenkiste.de/doku/betreuung/auffuetterung/index.html


        "Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt." wird Einstein zugeschrieben
      • Hallo Siegfried,

        vielen Dank für Deine Informationen und Fragen!

        Zum Standort: die Bienenkisten stehen nebeneinander auf einem Garagendach. Die Gegend sollte eigentlich ein gutes Trachtangebot haben: Wohngebiet in der Stadt mit Gärten, Park etc.

        Nochmal kurz zur Nassenheider-Ameisensäure-Behandlung: ich hatte das Gefühl, dass die Behandlung doch ziemlich drastisch für die Völker war (speziell das gelbe Volk schien zu leiden, viele tote Bienen und Larven in der Nassenheider-Schale). Insofern gingen sie eventuell relativ geschwächt (Brutpause während A.-säure-Behandlung?) in die Spätsommer-Saison.

        Das Leergewicht der Bienenkisten beträgt jeweils ca. 24 Kg.
        Volk-blau wog 36 Kg, Volk-gelb wog 35 Kg.

        D.h., selbst wenn ich nur 7 Kg für Bienen und Wabenwerk veranschlage (irgendwie kam mir die Menge der Bienen bei beiden Völkern doch recht reduziert vor – siehe Bilder), kommt man auf etwa 31 Kg ohne Wintervorräte. In den beiden Kisten ist also nur ca. 4 bis 5 kg Wintervorrat drin. Da fehlt natürlich noch so einiges …
        Die Futterschalen stelle ich immer direkt an die Wände und das Trennschied.

        Die Klopf-Weiselprobe mache ich eher zu meiner eigenen Beruhigung, denn letztes Jahr gab’s im Herbst laut meinem Imkerpaten wohl eine missglückte stille Umweiselung o.ä. – das Volk war dann im Dezember schon tot.

        Mittlerweile scheint Volk-blau die Vorräte entdeckt zu haben – die 1,5 Kilo Zucker sind weg. Volk-gelb leider nicht, der Behälter ist immer noch voll, habe jetzt das Trennschied rau genommen und die Box an die Waben herangerückt.

        Habe heute (Wetter eher kalt) bei Volk-blau 2 Kilo Zucker nachgefüttert.

        Volk-blau zeigte die letzten Tage (da war es mild/warm mit Sonne) eine sehr hohe Aktivität und Unruhe, ich habe sogar schon an Räuberei gedacht, da vor dem Flugloch und im Honigraum sehr viel hektischer Betrieb und Unruhe war. Volk-gelb steht einen halben Meter entfernt und verhält sich genau anders herum. Habe daraufhin bei beiden Völkern die Fluglöcher noch weiter eingeengt.

        Das Wetter ist für Villingen die nächsten Tage wieder etwas milder angesagt, es wird gegen Ende der Woche wärmer und die Sonne wird auch scheinen.

        Vielleicht hilft das ja die Vorräte noch zu füllen.

        Liebe Grüße

        Hauke
        • Hallo Hauke, hatten die Völker denn nach der AS-Behandlung genug Vorräte, weil Du nur 2,5kg aufgefüttert hast? Die Auffütterung auf mindestens 15kg Vorräte muss ja bis Mitte September abgeschlossen sein.
          Jetzt wird es schwierig, die fehlenden 10-12kg noch aufzufüttern, die Nächte sind ja schon recht kalt und auf den Fotos sieht es so aus, als wären die Bienen schon in der Wintertraube. Du kannst versuchen, warmes Zuckerwasser 3:2 ganz nah an die Waben zu stellen, auch in den Brutraum, wo noch Platz ist. Vielleicht nehmen sie dann doch noch was auf. Das wäre auf alle Fälle wichtig, denn sonst werden sie verhungern.
          Schau mal auf der Forumsseite unter Notfütterung nach, zB hier https://www.mellifera.de/blog/bienenkiste/notfuetterung-bienenkiste.html
          https://www.bienenkiste.de/rat/blog/blog.65/index.html

          Ich drücke die Daumen!
          Viele Grüße,
          Monerl
          • Hallo Monerl,

            in der Tat bin ich wohl etwas spät dran.

            Mittlerweile hat Volk-gelb auch die Kurve bekommen und hat das Futtergefäß gefunden.

            Ich konnte heute nochmal 2,5 Kg (Volk-blau) und 1,5 Kg (Volg-gelb) nachfüttern.

            Ja, sieht alles schon nach Wintertraube aus. Ich bleibe aber am Ball, um die nächsten Tage noch soviel Futter wie möglich anzubieten!

            Mal sehen, ob ich um eine Notfütterung herum komme ;-)

            Vielen Dank für die guten Wünsche!

            Liebe Grüße

            Hauke
            • Ich hatte mich leider auch verrechnet und habe noch Apiinvert reingestellt. Anscheinend kann man damit länger auffüttern da sie es nicht mehr invertieren müssen. Das ist eben das, was sie bei niedrigen Temperaturen nicht mehr können, auch, wenn sie aus der Traube rauskommen. Es ist auch etwas ergibieger als 3/2.