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  • Hallo zusammen,

    Ich habe dieses Jahr mit einer kleinen BiKi angefangen, d.h. die Kiste hat 9 anstatt 12 Waben.
    Der Brutraum ist fast komplett ausgebaut, der Honigraum dieses Jahr noch zu (Foto anbei).

    Leider habe ich es versäumt, die Kiste rechtzeitig zu wiegen und das erst heute gemacht.

    Die Kiste wiegt aktuell 28kg. Das Leergewicht der Kiste liegt bei ca. 19kg.

    Aus meiner Sicht ergibt das sehr geringe Honigvorräte, ich schätze ca. 4 bis 5kg.

    Im Rheinland ist es aktuell noch sehr mild. Bis Mittwoch liegen die Temperaturen mindestens bei 15°C und maximal bei 25°C.
    Am Flugloch war heute noch reger Betrieb und es wurden auch noch Pollen eingetragen.

    Meint ihr ich kann noch Zuckerlösung zugeben oder richte ich damit mehr Schaden als Gutes an? [Hinweis: Alessa86 hat den Beitrag zuletzt am vor 4 Monaten, 2 Wochen geändert.]
    • Liebe Alessa,

      von dem jetzt ermittelten Gewicht der Kiste musst du nicht nur das Leergewicht, sondern auch noch das Gewicht der Bienen und Waben abziehen, das mindestens 5 - 7 kg beträgt. Mit anderen Worten: deine Bienen haben so gut wie keine Vorräte. 5 kg sind das Mindeste, was sie selbst bei guter Tracht brauchen, um ein paar Regentage zu überstehen.

      Ob sie Futter jetzt noch annehmen, kann ich nicht sagen, eigentlich ist es schon ein paar Wochen zu spät dazu. Versuchen solltest du es aber auf alle Fälle, sonst werden sie den Winter mit aller Wahrscheinlichkeit nicht überleben.

      S.a. die Anleitung zur Notfütterung: https://www.mellifera.de/blog/bienenkiste/notfuetterung-bienenkiste.html

      Ich drück dir die Daumen!

      Grüße,
      Jutta

      [Hinweis: Jutta50 hat den Beitrag zuletzt am vor 4 Monaten, 2 Wochen geändert.]
        Bienen machen glücklich!
      • Hallo Jutta,

        Vielen Dank für deine Antwort!

        Ich habe heute Abend Zuckerlösung in den Honigraum gestellt und hoffe nun aufs Beste.
        Morgen schaue ich nochmal rein, ob sie es noch annehmen.
        • Hallo Alessa86,
          ohne Futter würden Deine Bienen höchstwahrscheinlich verhungern. Insofern kannst Du mit Füttern nichts falsch machen. Die Bienen nehmen das Futter jetzt auch noch auf - wenn sie es erst einmal gefunden haben.
          Ich mache es so:
          Als Futtergefäß verwende ich einen abgeschnittenen Kunststoffeimer, der dann noch ein Restvolumen von etwa 5l hat. Dessen Wände habe ich aussen wie innen mit großem Schleifpapier (50) bearbeitet, sodass die Bienen auf der rauhen Oberfläche besser Halt finden. Damit keine Bienen in der Futterlösung ertrinken, schneide ich aus Luftposterfolie eine runde Scheibe, die im Eimer genau auf den Boden passt. Dass die meisten Eimer sich nach oben etwas weiten, stört nicht. Zusätzlich schneide ich ein paar Löcher groß wie 1€ Münzen in die Folie. Mit dieser Folie als Schwimmer habe ich viel bessere Erfahrungen gemacht als mit Korken, Stroh usw.
          Die Zuckerlösung bereite ich in 1l PET-Flaschen, fülle dazu 600g Zucker und 400g lauwarmes Wasser (oder dünnen Kamillentee) ein, verschließe die Flasche und schüttele sie immer wieder, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Anfangs merkt man, dass die Zuckerlösung dabei schnell kälter wird. Das liegt daran, dass das Auflösen des Zuckers im Wasser Energie benötigt und dem Wasser diese in Form von Wärme entzieht. Wenn ich viele Flaschen Futter gleichzeitig bereite, lege ich diese zwischenzeitlich in den auf 35°C eingestellten Backofen zurück, sodass die Lösung sich wieder etwas aufwärmen kann und der weitere Lösungsprozess leichter geht. Die Temperatur sollte 35°C aber nicht überschreiten. Daher auch kein heißes Wasser verwenden.
          Die fertige Lösung fülle ich in den Eimer, stelle diesen hinten in den Honigraum und schiebe ihn bis an das Trennschied/ die Waben heran. Pinselt man den Eimer auf der Seite etwas mit Honig oder ggf. auch der Futterlösung ein, dann finden die Bienen das Futter leichter. Man kann auch ein bisschen gegen die Bienenkiste klopfen, sodass die Bienen "ausschwärmen" und ihren Stock untersuchen und auf das Futter stoßen.
          Ich füttere nur nach Einbruch der Dunkelheit. Ein rote Batterie-Rückleuchte für Fahrräder ist mir dabei als Lampe sehr nützlich, da diese mir zum Sehen ausreicht, die Bienen darauf praktisch aber nicht reagieren (im Gegensatz zu z.B. weißen LED-Leuchten). Zusätzlich enge ich das Flugloch auf vielleicht 20% ein, um Räuberei möglichst vorzubeugen.
          Die Bienen müssen die Zuckerlösung noch weiter eindicken, d.h. dieser noch einiges an Wasser entziehen. Bin ich mit der Fütterung spät dran, reduziere ich den Wasseranteil im Futter noch etwas und löse die 600g Zucker mit nur noch 360g Wasser auf und erleichtere den Bienen die Arbeit damit ein wenig. Das geht noch einigermaßen, dauert aber schon länger, d.h. ich muss mehr schütteln.
          Ich gebe den Bienen mehrfach 3 oder 4 Kg der Lösung. Haben die Bienen das Futter einmal entdeckt, braucht man sich beim Nachfüllen in den kommenden Tagen keine Gedanken machen. Es sind immer ein paar Bienen im Futtergefäß auf der Suche nach Resten. Zum Nachfüllen ziehe ich das Futtergefäß bis an den Rand aus dem Honigraum heraus und gieße aus den Flaschen einfach Zuckerlösung nach. Sind noch Bienen im Gefäß, so macht das nichts, so lange die Lösung Raumtemperatur hat. Die meisten schwimmen mit der Folie auf, die anderen kommen aus der Lösung hochgekrabbelt, sobald sie sich vollgefuttert haben. Nur zu kalt darf die Lösung dafür nicht sein.
          Grüße
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          • Vielen Dank für Deine ausführliche und hilfreiche Antwort, cookie!

            Die Zuckerlösung, die ich angerührt habe, hat ein Verhältnis von 3:2, ggf. steigere ich den Zuckergehalt noch ein wenig.

            Seit gestern Abend haben die Bienen fast das komplette Gefäß, das 1,2l fasst leer gemacht. Ich habe daher - aus Mangel an einem großen Gefäß - eben ein weiteres kleineres Gefäß dazugestellt und neuen Zuckersirup zugegeben und so direkt ca. 2 Liter im Honigraum platziert. Solange es so mild ist, wie im Moment - also voraussichtlich bis Mittwoch - füttere ich also mindestens zu. Dann werde ich die Kiste nochmal wiegen und hoffe, dass sie schon einige Kilo schwerer ist als gestern.
            • Hallo Alessa86,
              das Wetter wird wohl schon morgen umschlagen. :-(
              Das Futter (3:2) hat einen Wasseranteil von 40%. Die Bienen werden dieses in Richtung 20% Wasseranteil eindicken. Von einem Kilogramm bleiben also am Ende bestenfalls 800g übrig. Abzuziehen wäre noch der Eigenverbrauch der Bienen für das Eindicken des Futters. Ich würde täglich weiter füttern, statt mich mit ständigem Wiegen aufzuhalten. Du hast ja schon gewogen und kannst abschätzen, wie viel Futter Du insgesamt zugeben musst.
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              • Hallo Alessa,

                mehr als das sie das Futter nicht annehmen, kann dir nicht passieren. Allerdings da jetzt mit Portionen von 2 Litern rumzukleckern macht aus meiner Sicht keinen Sinn und was du mit aufs Beste hoffen meinst ist mir nicht ganz klar, du mußt jetzt handeln, nicht hoffen.
                Ich würde da jetzt sprichwörtlich klotzen, mir im Baumarkt oder wo auch immer ne ausreichend große Schüssel/Wanne kaufen und zusehen dass du zügig Futter ins Volk bekommst.

                Mit so einer Wanne aus dem Baumarkt schaff ich´s pro Portion etwa 7 Liter auf einmal zu geben, davon muß ich 2-3 Schüsseln voll geben um auf´s Einwinterungsgewicht zu kommen. Ich nehm Stroh als Schwimmhilfe und gut is.


                Mit 2 Liter Portiönchen läuft dir die Zeit davon... [Hinweis: Bien78 hat den Beitrag zuletzt am vor 4 Monaten, 1 Woche geändert.]
                • Hallo zusammen,

                  Danke für Eure Rückmeldungen.
                  Ich habe die letzten Tage durchgängig gefüttert und die Portionsgrösse wie vorgeschlagen erhöht. Bisher wurde auch alles gut angenommen und verzehrt.
                  Ab morgen kühlt es etwas ab, voraussichtlich auf 10° nachts und um die 16° tagsüber, wobei ich hoffe, dass die Bienen das Futter dennoch weiterhin annehmen.

                  • Ich habe wegen eines Rechenfehlers dieses Jahr mit Fertigsirup aufgefüttert und so relativ schnell noch 8kg Zucker ins Volk geschafft. Der Vorteil ist, dass es nicht invertiert werden muss und so noch bei niedrigen Temperaturen angenommen wird. Gefüttert habe ich mit dem Eimer von Holtermann: https://www.holtermann-shop.de/Bienen-fuettern/Futtergeraete/ApiNord---Futtereimer-5-Liter.html
                    Mit zwei Leisten darunter, passt er gerade so eben in die Kiste …